Jedes Jahr taucht er scheinbar wie aus dem nichts auf unserer Preisverleihung auf, gewissenhaft und selbstverständlich schüttelt er Hände auf der Bühne, lächelt, übergibt seinen Preis. Dann ist er wieder verschwunden, bis zum nächsten Jahr. Wir möchten es endlich wissen: Wer ist dieser Thomas Finder eigentlich, der dieses Jahr bereits zum viertem Mal ohne zu murren unseren Publikumspreis im Kölner Fenster stiftet? Wir verabreden uns an einem schwülen Endsommertag in den Geschäftsräumen des Finder TV-Kameraverleihs. „Kameraverleih“ – in unserer Erwartung erstrecken sich Bilder einer Technik-Grotte in der urbanen Unterwelt, stickige Luft, fleckiger grauer Filzboden – und gibt’s da überhaupt Club Mate?

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Thomas Finder. Den Eingang zu der Firma ziert diese Lolli-Sammlung, an der man sich gerne bedienen darf!

Aber nein – Thomas Finder und seine Kollegen wirken alles andere als arm an Sonneneinstrahlung. Die lichten Räume in der Deutzer Arnoldsstraße sind  riesengroß, mit Laminatboden verkleidet, die Küche ist stilsicher. Im Kühlschrank stapeln sich wahrscheinlich die Koffeinhaltligen-Wunderflaschen zu einer Pyramide aus Frohsinn. Vor 1,5 Jahren hat die Firma sich hier niedergelassen. Apropos Küche: Über eine Redaktion verfügt Finder TV auch und arbeitet seit März für das Sat1-Frühstücksfernsehen. Ein Ladendetektiv kommt auf ein Pläuschen vorbei, denn die Sat1-Sendung „Fahndung Deutschland“ wird auch von hier mit Ideen beliefert. Im Keller gibt es ein Postproduktionsstudio, das untervermietet wird und ein Tonstudio, das – zu unserer größten infantilen Freude – je nach gewünschter Atmosphäre das Licht verändert!

Hier scheint alles möglich, und das hat sich Finder wohl auch zum Programm gemacht. 24 Stunden telefonischer Notfall-Service? Kein Problem! Notfalllieferung nach Florida? Machen wir irgendwie! Beim Dreh wird noch Personal benötigt? Finder schickt seine Azubis vorbei! „Man kennt sich, man hilft sich“, sagt er dabei mit kölscher Manier. Und zum Festival: „Wenn jemand beim Publikum ankommt, dann hat sie oder er eine Chance verdient, gefördert zu werden.“ Silvia Borges etwa, die 2013 mit Zu dir? auf dem KFFK (damals noch „UNLIMITED“) den Publikumspreis gewann, arbeitete auch nach der Preisstiftung mit Finder zusammen. Eine dieser Arbeiten, Ein Mann wie ein Baum, ist dieses Jahr unter anderem im Rennen des Heartland Film Festivals im amerikanischen Indiana.  „Ich würde gerne den nächsten Roland Emmerich fördern“, sagt Finder.  Puh, lieber Thomas Finder – wir geben unser bestes!

Author KFFK

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