Webprogramme

Die Webprogramme bieten einen Einblick in das Festivalprogramm des Kurzfilmfestivals Köln. Als Festival bringt das Kurzfilmfestival Köln während des Festivalzeitraums Macher und Publikum zusammen, fördert den Austausch und bringt die kurzen Filme auf die große Leinwand. Doch darüber hinaus möchten wir das die Filme auch unabhängig von Festivals, unabhängig von Fernsehausstrahlungen einen Platz im Netz finden, der ihnen ein langes Leben garantiert.

Die Webprogramme des Kurzfilmfestival Köln bieten so die Möglichkeit unabhängig von Zeit und Ort des Festivals as ganze Jahr über kuratierte Kurzfilmprogramme zu sehen.

KFFK No°10 – Online
Eine Auswahl aus den Filmen der zehnjährigen Jubiläumsausgabe des KFFK 2016.

Deutscher Wettbewerb

SHAKE SHAKE SHAKE

NEOZOON
Deutschland 2015, 4’, Experimentalfilm, ohne Dialoge

Shake Shake Shake ist eine Aneinanderreihung von Bildern im Graphic Interchange Format (Gif), auf denen sich Trophäenjäger nach erfolgreicher Jagd gegenseitig beglückwünschen. Dieser Vorgang läuft nach einem immer gleichen Muster ab. In den Gifs von NEOZOON jedoch nimmt das Händeschütteln kein Ende, und aus einem kurzen subtilen Moment wird ein beunruhigendes Ritual, das die Verortung der Akteure in der afrikanischen Landschaft auf eindringliche Weise hinterfragt.

«[…] craving for narrative»

Max Grau
Deutschland 2015, 24’, Experimentalfilm, Englisch mit englischen UT

«[…] craving for narrative» ist so eine Art nicht-indexikalischer Essay-Film über Zeitlichkeit und die Porosität von Bedeutung. Der Film basiert auf einem 23-sekündigen Ausschnitt aus dem Film »Grease« von 1978. Dieser Clip wird Anlass und Gegenstand einer ausufernden Erzählung. Es geht um Loops, die Gegenwart, die eigene Familie und die Frage, ob es so etwas wie einen post-ideologischen Mediengebrauch gibt. Und natürlich geht es immer auch um das Internet.

New Aesthetic, widmet sich neuen Entwicklungen des Filmemachens. Das Programm zeigt Filme, die unser Leben in der digitalen Welt formal oder inhaltlich reflektieren.

HEARING COLORS

Greg Brunkalla
USA 2015, 5’, Dokumentarfilm, Englisch ohne UT

Neil Harbissons Leben klingt wie eine Sci-Fi-Geschichte. Neil wurde mit Achromatopsie geboren, einer seltenen Krankheit, die einen von 30.000 Menschen vollständig farbenblind macht. Aber Neil ist nicht farbenblind, im Gegenteil. Nachdem er seine Ärzte überzeugen konnte, ihm eine Antenne in den Hinterkopf zu implantieren, besitzt er nun einen ganz neuen Sinn – er kann Farben hören. Der Film nimmt uns mit in Neils Leben und in eine ganz neue Welt.

PEARL

Patrick Osborne
USA 2016, 5’30, 360° Animationsfilm, Englisch ohne UT

Set inside their home, a beloved hatchback, Pearl follows a girl and her dad as they crisscross the country chasing their dreams. It’s a story about the gifts we hand down and their power to carry love. And finding grace in the unlikeliest of places.

THE FIGHT FOR FALLUJA

Ben C. Solomon
USA 2016, 11’, 360° Dokumentarfilm

“The Fight for Falluja” allows viewers to experience, firsthand, the battles that Iraqi forces endured to retake Falluja from ISIS this June.

THE INSTITUE OF ISOLATION

Lucy McRae
UK 2016, 9’30’’, Spielfilm, Englisch ohne UT

In naher Zukunft untersucht dieses fiktionale Institut den menschlichen Körper auf nie gekannte Weise und bietet so Einzelnen die Chance, ihre Körper zu optimieren und zu testen, welche Wirkung extreme Erfahrungen auf fundamentale Entwicklungen der menschlichen Biologie haben könnten.

HEART SWING

Paul Trillo
USA 2016, 4’, Musikvideo, Englisch ohne UT

Offizielles Musikvideo zu DJ Pones »Heart Swing«. Abstrahierte Körperteile ergänzen einander vor pastellfarbener Leere.

PARAMETRIC EXPRESSION

Mike Pelletier
Niederlande 2013, 3’, Animationsfilm, ohne Dialoge

»Parametric Expression« ist ein animierter 3D-Film, der sich mit quantifizierten Emotionen befasst. In der Animation werden Emotionen auf eine Reihe technischer Parameter beschränkt, die wiederholt, übertragen, manipuliert und letztlich verzerrt werden können. Die Animation spielt mit dem Begriff des »Uncanny Valley«, begrüßt aber das Abstoßende, das dieser Begriff meint, und strebt dabei doch nach etwas Schönem.

THE 3D ADDITIVIST MANIFESTO

Morehshin Allahyari & Daniel Rourke
UK/USA 2015, 10’, Experimentalfilm, Englisch mit englischen UT

#Additivism ist ein Kofferwort aus ›additive‹ und ›activism‹ – eine Bewegung, die sich in fablabs, Werkstätten und Klassenräumen kritisch mit ›radikalen‹ neuen Technologien befasst; auf sozialer, ökologischer und globaler Ebene. Der 3D-Drucker ist eine umfassende Metapher unserer Zeit: eine Technologie, die durch digitale Vorgänge unser kreatives Tun in die Schichten einer Materie aus geologischer Urzeit einschreibt.

THE WAVES

Marta Di Francesco
UK 2016, 3’, Experimentalfilm, Englisch ohne UT

»The Waves«, inspiriert durch Virginia Woolfs gleichnamiges Buch von 1931, erkundet weibliche Identität in der virtuellen Welt. Die Wellen heben und senken sich, krachend, formieren sich und brechen erneut. Sie verweben sich in einer steten Wandlung, in der verschiedene Identitäten sich zusammenfügen und verschmelzen. In ihrem hypnotisch-fortwährenden Kreislauf, im permanenten Fluss, hinterfragen die Wellen unsere Identität.

ABC

Alan Warburton
UK 2016, 3’, Musikvideo, ohne Dialoge
Musik: Ludovico Einaudi

Ein Musikvideo zu Ludovico Einaudis »ABC« von seinem Album »Elements« aus dem Jahr 2015. Während der sechswöchigen Produktion im Herbst 2015 positionierte der Künstler über 5.000 weiße CGI-Formen, um eine Reihe abstrakter symmetrischer Muster zu erzeugen, die an die gleichnamige Skulptur des norwegischen Künstlers Gustav Vigeland erinnern.

MEMORY 2.0

Dugan O’Neal
USA 2014, 11’30’’, Spielfilm, Englisch ohne UT

In einer nicht abwegig erscheinenden Zukunft setzen Erinnerungs-Simulations-Dienstleister Virtual Reality ein, um ihren Kunden ein Vergangenheitserlebnis zu bescheren. Die Liebesgeschichte Memory 2.0 nimmt uns mit auf eine emotionsgeladene Reise durch den Verstand ihres Protagonisten.

HYBRIS

Arjan Brentjes
Niederlande 2014, 6’30’’, Experimentalfilm, Englisch mit englischen UT

Was bleibt von der Liebe im ewigen Leben? In einer 60er-Jahre-Talkshow diskutiert ein Wissenschaftler die künftige Möglichkeit eines unendlichen menschlichen Lebens. Zwischendurch sehen wir seine Erinnerungen an eine kurze Liebschaft.

PLASTICITY UNFOLDING

AUJIK
Japan 2014, 5’, Spielfilm, Japanisch mit englischen UT

»Plasticity Unfolding« basiert auf einem Gespräch zwischen AUJIK-Mitglied Mana und ihrer ADI (Artificial Deep Intelligence) namens KIIA. KIIA ist ein autonomes, flexibles, neurales Netzwerk mit ungeahnten Fähigkeiten zur Selbstverbesserung. KIIA hat keinen Körper, hat aber aus der Fähigkeit, seine Umgebung und davon abweichende Muster erkennen zu können, ein Selbstbewusstsein entwickelt. Mana fragt KIIA, ob es sich von sich selbst ein Bild macht.

Shorts On Wheels – eine Fahrradtour der besonderen Art, an ausgewählten Orten halten wir an und machen weiße Wände zu Leinwänden.

VELODROL

Sander Joon
Estland 2015, 6’, Animation, ohne Dialoge

An addicted biker runs out of cigarettes. He joins a race to get more, but has to take help from some peculiar people in the audience to stay in the competition.

MAGIC DINER

Niclas Larsson

Swedish actress Alicia Vikander plays a sceptical diner-goer, who falls under the spell of a fortune-telling napkin dispenser that accurately predicts a surprise visit.

THE RED DRUM GETAWAY

Adrien Dezalay, Emmanuel Delabaere, Simon Philippe
Frankreich 2015, 4’, Experimentalfilm, ohne Dialoge

 A Hitchcock mashup where Kubrick is the villain. „Jimmy was having a rather beautiful day until he bumped into Jack and things got weird.“

THE PROCEDURE

Calvin Lee Reeder
USA 2016, 4’30“, Spielfilm, ohne Dialoge

A man is captured and forced to endure a strange experiment.

YOU ARE AWAKE

Pedro Martin-Caler
UK 2016, 4’30’’, Spielfilm, ohne Dialoge

For almost 2 years the people of the village of Kalachi, Kazakhstan have started to faint and fall asleep without any reason.

MELT TONIGHT

Fabian Podeszwa
Deutschland 2015, 4’, Musikvideo, ohne Dialoge

Musikvideo für die Kölner Band Oracles.

OPERATOR

Caroline Bartleet
UK 2015, 6’30“, Spielfilm, Englisch

An Emergency Services Operator in a Fire Control Room has just started a long night shift when she picks up a call from a desperate young mother. An hour previously, Gemma had fallen asleep in front of the television and has now woken to find the room full of smoke. Her three year old son is trapped in his bedroom upstairs. Flames have started to creep down the stairs that Gemma must use in order to reach him. The operator’s guidance is all that Gemma can rely on in order to survive.

INPUT/OUTPUT

Terri Timely
USA 2015, 4’, Experimentalfilm, ohne Dialoge

Mit alltäglichen Gegenständen und vertauschten Bildern schaffen es die Filmemacher, dem Publikum bei ihren Experimenten völlig unerwartete Ergebnisse zu zeigen. Man sagt, das Geheimnis für ein glückliches Leben sei, immer mit Begeisterung durch die Welt zu gehen. Dafür gibt es diesen Film!

Fokus: Work Work Work – Arbeit bestimmt unseren Alltag, ist identitätsstiftend und lebensnotwendig.

GERMANY ILU OLOKIKI

Malte Fröhlich & Maria Kindling
Deutschland 2013, 9’30’’, Dokumentarfilm, Yoruba mit englischen UT

Der Alltag der Flüchtlinge in Vockerode besteht aus Langeweile, aus toten Stunden, die sich zu Jahren verlorener Lebenszeit summieren. Ein Film über die Gewalttätigkeit des Wartens. »Germany ilu olokiki« (»Deutschland, das gelobte Land«) entstand in enger Zusammenarbeit mit in Sachsen-Anhalt lebenden Geflüchteten.

MAN OF IRON 

Angelika Herta
Polen 2011, 2’, Experimentalfilm, ohne Dialoge

Ein Arbeiter in einer leeren Werkshalle in der Schiffswerft in Danzig. Gearbeitet wird mit Hingabe, die Hammerschläge hallen noch lange nach.

THE MASS OF MEN

Gabriel Gauchet
UK 2012, 17’30’’, Spielfilm, Englisch mit deutschen UT

Richard, 55, arbeitslos, kommt drei Minuten zu spät zu seinem Termin beim Arbeitsamt. Seine Sachbearbeiterin, gefangen in den Zwängen ihres Systems, hat keine Wahl und ahndet seine Verspätung. Um seinen Absturz ins Elend aufzuhalten, ergreift Richard verzweifelte Maßnahmen.

SRY BSY

Verena Westphal
Deutschland 2015, 3’30’’, Animationsfilm, ohne Dialoge

Zeitmangel, Stress, Überarbeitung – in modernen Gesellschaften sind diese Faktoren ein bestimmender Bestandteil unseres Arbeitsalltags. Dass das ›blinde Mitlaufen‹ im Hamsterrad seine Spuren hinterlässt, dämmert uns bereits … Sry bsy – ein absurder, schwarzhumoriger 2D-Animationsfilm über Obsessionen, Zwänge und Entfremdung, der die Paradoxie des modernen Selbstverständnisses beleuchtet.

Kurzes für Kurze – unser Kinderprogramm für kleine Besucher.

SKY HIGH

Stewart Powers
UK 2015, 2’, Animationsfilm, Englisch ohne UT

Der Filmemacher erweckt seine Zeichnungen auf einer weißen Fläche zum Leben und schickt einen Jungen auf ein Abenteuer über den Wolken.

WOLF

Julia Ocker
Deutschland 2015, 4’, Animationsfilm, ohne Dialoge

Der Wolf schleicht durch den nächtlichen Wald und sucht ein ruhiges Plätzchen, um seinem heimlichen Hobby nachzugehen. So bemerkt er gar nicht, dass er beobachtet wird.

THE WALKER

Thibault Chollet
Frankreich 2016, 6’, Animationsfilm, ohne Dialoge

Nachts in einer fast verlassenen Stadt. Ein Mann wird zum Opfer seines Schattens.

SCHON GEHÖRT

Sören Wendt & Martin Baltscheit
Deutschland 2016, 4’30”, Animationsfilm, Deutsch mit englischen UT

Schon gehört? Der Flamingo ist gar kein Flamingo, sondern etwas Ungeheuerliches! Ist nur ein Gerücht. Muss also nicht wahr sein. Kann aber…

NEW AESTHETIC: SHORTS

„For a while now, I’ve been collecting images and things that seem to approach a New Aesthetic of the future […]. Consider this a moodboard for unknown products.“

James Bridle, The New Aesthetic Tumbler

Seit Mai 2011 sammelt James Bridle auf seinem Blog Bilder, die einen neuen Blick auf unsere Welt zeigen, ein „Echo der Gesellschaft, Technologie, Politik und Menschen“ – das war Ausgangsprodukt für die New Aesthetic: Shorts. Die Filme bieten einen Blick, der uns das Vorhandensein unserer digitalen Werkzeuge, Oberflächen und Welten bewusst macht. Filme, die durch die Werkzeuge des digitalen Filmemachens möglich geworden und Reflektionen unseres Lebens in der digitalen Welt sind: CGI, Webcams, Gifs, 8bit, Glichtes, GPS, Mashups, OMG, NSFW, #hashtagYOLO…

Johannes Duncker

BRADLEY MANNING HAD SECRETS

Adam Butcher
Großbritannien 2011, 5’30“, Experimental/Dokumentation

Die Geschichte Bradley Mannings als junger amerikanischer Soldat in einer Gewissens- und Genderidentitätskrise. Animiert als Pixel-Art benutzt der Film Mannings Chat-logs um Aspekte von digitaler Identität und Vereinsamung zu beleuchten.

OTHER PLACES: COLUMBIA

Andrew Kelly
Großbritannien 2013, 3’39“, Experimental

Die Videoserie Other Places zeigt die Schönheit von Videospielwelten losgelöst vom Spielgeschehen.

Ball

Daniel Mercandante
USA 2012, 1’18“, Experimental

Der Kreis ist eine allgegenwärtige Form. Eine Google-Bildersuche.

DAVID (41) & KARLA (38)

Anil Kunnel
Deutschland, 2009, 22’20“, Fiktion

Monate nachdem Karla spurlos verschwunden ist und nur eine kurze Nachricht hinterließ, hackt ihr Ehemann David den Skype-Account seiner Frau.

Z

Alan Warburton
Großbritannien, 2012, 3′, Experimental

Das Z-Buffering ist ein Verfahren der Computergrafik, welches Objekte auf Basis ihrer Entfernung zum Betrachter interpretiert – ein geisterhaftes Schwarzweißbild menschenverlassener Orte, nicht für das menschliche Auge gedacht.

I AM ALONE AND MY HEAD IS ON FIRE

David O’Reilly
USA/Kanada 2013, 0’58“, Animation

Ein Mann ist einsam und sein Kopf brennt – per App animiert.

 

HONEYCOMB

David Krepski
Polen 2012, 3’07“, Musikvideo

Sex, Gewalt, Katzen, Laser – eine Hommage an die animierten Bilder der GIF-Kultur.

SIGHT

Eran May-raz & Daniel Lazo
Israel 2012, 5’50“, Fiktion

Ein futuristischer Thriller über die Möglichkeiten und Gefahren von Augmented Reality.

HERE BE DRAGONS

William Gowland
Großbritannien 2012, 5’19“, Experimental

Die Störung des GPS Netzwerkes offenbart eine alternative virtuelle Topographie. Neben der physischen Landschaft und Infrastruktur, existieren jene digitale Welten, denen wir unserer Vertrauen schenken, die aber genauso unbekannt und fehlbar sind.

WHAT THE HELL

Matthijs Vlot
Niederlande 2013, 0’56“, Experimental

Ein Found-Footage Gedicht.

KFFK No°7 – Online

Eine Auswahl aus den Filmen des Wettbewerbs und des Kölner Fensters der Festivalausgabe von 2013.

SCHWARZHERZ

Tamer Jandali
Deutschland 2012, 29′, Fiktion

Schornsteinfegers Marvin weiß nicht, wo er so wirklich hingehört. Verspottet vom Vater und verstoßen von der Geliebten lebt er in seiner eigenen dunklen Welt, in der sich Traum und Wirklichkeit zu vermischen scheinen. Vielleicht ist er aber auch nur ständig zur falschen Zeit am falschen Ort? Am wohlsten fühlt Marvin sich auf den Dächern der Stadt und nicht in seinem eigenen, sondern im Leben fremder Menschen..

WIND

Robert Löbel
Deutschland 2012, 03’49“, Animation

Wind zeigt den Alltag eines Volkes, das in einem sehr windigen Gebiet lebt. Die Bewohner haben jedoch gelernt mit den schwierigen Lebensbedingungen umzugehen, doch plötzlich hört der Wind auf mysteriöse Weise auf.

GRACELAND

Christian Hödl
Deutschland 2013, 11′, Dokumentation

Angelika hat sich in ihrer kleinen Wohnung ein Leben rund um die Rock ’n‘ Roll-Legende Elvis Presley aufgebaut. Sie lebt zurückgezogen von der Welt, die ihr manchmal laut und schlecht erscheint.

ARARAT

Engin Kundag
Köln 2012, 25’19“, Fiktion

Noahs Vater ist gestorben. Seit zehn Jahren hatten die beiden keinen Kontakt mehr. Jetzt ist Noah 4.000 Kilometer aus Deutschland angereist und begräbt den Vater am Fuße des Berges Ararat.

DAS GESCHENK

Mariejosephin Schneider
Deutschland 2013, 12′, Fiktion

Der kleine Thomas lebt in der Welt der Indianer, denn Indianer kennen keinen Schmerz. Doch ein Streit der Eltern infiltriert die Traumwelt des Jungen. Ein Film über den Kreislauf von Gewalt in der Familie, welchem ein Kind durch die bedingungslose Bindung an seine Eltern ausgeliefert ist.

FATHER

Ivan Bogdanov, Moritz Mayerhofer, Asparuh Petrov, Veljko Popovic, Rosita Raleva & Dim Yagodin
Deutschland/Bulgarien/Kroatien, 16’30“, Animierte Dokumentation

Wann habt ihr zuletzt mit eurem Vater gesprochen? Werdet ihr jemals mit ihm über die Dinge sprechen, die euch verletzt haben? In Father wird das reale Leben auf den Kopf gestellt, um einen unmöglichen Dialog zu ermöglichen – den Dialog zwischen Kind und Vater, den es eigentlich so niemals gibt.

NEW AESTHETIC: REMIX III

„We want you to take from us. We want you, at first, to steal from us, because you can’t steal. […] And that’s how you begin. And then one day someone will steal from you.“
Francis Ford Coppola

Inspiriert von den Produktionstechniken der jamaikanischen Dub-Musik der 1960er Jahre, begannen die DJs der New Yorker Disco- und Hip Hop-Kultur, Breaks aus Songs herauszulösen, sie zu loopen und neu zu kombinieren – das Sampling war geboren (Eduardo Navas: Remix Theory). Die Collage von vorhandenem Material war, etwa in Werken von Georges Braque oder Hannah Höch, mit den Mitteln von Schere und Kleber bereits möglich und fand über die Tonmontage, etwa in Walter Ruttmanns Weekend (1931), neue Formen (Jan Torge Clausen: Remixing Youtube). Martin Arnold lotete seit Mitte der 80er in seinen Found-Footage-Filmen meist über schnelle Schnittfolgen und sich sukzessiv verändernde Loops die Möglichkeiten des vor-digitalen Zeitalters weiter aus. Mit der Digitalisierung – und damit dem verlustfreien Kopieren, dem datenbankbasierten Zugriff auf originalmaterial sowie der algorithmischen Weiterverarbeitung – erreicht der Remix eine neue Popularität.

Das Programm New Aesthetic: Remix versucht neben einem Überblick über verschiedene Formen des Remix auch den Blick dafür zu öffnen, wie umfassend und wichtig die Aneignung und Verarbeitung von Ideen in der Kunst ist. Ein Remix greift dabei nicht unbedingt auf bestehendes Bild- und Tonmaterial zurück, sondern auf Memes, also „Ideen, Überzeugungen, Verhaltensmuster“ (Richard Dawkins: Das egoistische Gen). „Everything is a Remix“ postuliert Kirby Fergusson in einer Reihe von Videos über Remixkultur – und so remixen wir gesellschaftliche Praktiken, Technologien und Identitäten. Die Memes, die sich durch Reposts, Reuse, Remix dabei in nie dagewesener Geschwindigkeiten verbreiten und verändern, sind dabei zum Sample des digitalen Zeitalters geworden.

Johannes Duncker

TRANSFORMERS: THE PREMAKE

Kevin B. Lee
USA 2014, 25′, Experimentalfilm/Dokumentarfilm

Transformers: Zeitalter der Vernichtung, der vierte Teil aus Michael Bays Transformers kam im Juni 2014 in die Kinos. Bereits Monate vorher konnte man auf eine immense Anzahl von Amateuervideos auf YouTube zugreifen die die Dreharbeiten des Films dokumentierten. Transformers: the Premake schafft aus 355 YouTube Videos eine Kritische Auseinandersetzung mit der globalen Filmindustrie, Amateurfilmen und der politischen Ökonomie der Bilder.

BEAUTY

Rino Stefano Tagliafierro
Italien 2014, 10′, Animationsfilm

BEAUTY ist eine Kurzgeschichte über die wichtigsten Gefühle im Leben. Sie handelt von Geburt und Tod, Liebe und Sexualität bis hin zu Schmerz und Angst. Sie ist ein Tribut an die Kunst, das Leben und an deren überwältigende Schönheit.

WEBCAM VENUS

Pablo Garcia & Addie Wagenknecht
USA/Österreich 2013, 2’30“, Experimentalfilm

Wo liegt der Unterschied zwischen dem Rennaissancegemälde „Die Geburt der Venus“ und einem Playboy-Centerfold – ist das eine ein Kunstwerk, das andere ausbeuterische Pornographie? In Webcam Venus werden mit der Hilfe von Sexcam-ArbeiterInnen ikonische Kunstwerke nachgestellt.

OMOTE

Nobumichi Asai
Japan 2014, 2’30“, Experimentalfilm

Omote ist das japanische Wort für Gesicht oder für Maske. Nobumichi Asai verfolgt die technologische Möglichkeiten des Projection Mapping, mit dem sich eine Maske – oder ein neues Gesicht – über das des Models legt.

A BRIEF LOOK AT TEXTING AND THE INTERNET IN FILM

Tony Zhou
USA 2014, 5’00“, Video Essay

Wie zeigt man am besten eine SMS in einem Film? Wie stellt man das Internet dar? Auch wenn wir schon länggt im digitalen Zeitalter angekommen sind, kann der Film die Welt, in der wir leben, nicht adäquat darstellen. Vielleicht liegt die Lösung nicht in der inhaltlichen, sondern in der formalen Darstellung.

BONOBO – CIRRUS

Cyriak Harris
UK, 2013, 3’30“, Musikvideo/Experimentalfilm

Aus einem Aufklärungsfilm über Konsumismus entsteht eine sich zunehmend vervielfältigende Collage der Bilder. Entstehen in dem Video für den Bonobos Cirrus aus Alltagsbildern kaldeidoskopartige Maschinen und gigantische Roboter.

SURVEILLANCE CHESS

!Mediengruppe Bitnik
UK 2012, 7′, Experimentalfilm

Kurz vor den olympischen Spielen in London hackt die !Mediengruppe Bitnk die Überwachungskameras und übernimmt mit einem Funksender die Kontrolle über sie. Die Aufnahmen der Kameras werden durch eine Einladung zu einem Schachspiel ersetzt und der Monitor des Sicherheitspersonals im Kontrollraum zu einer Spielkonsole.

SUPER THERE WILL BE BLOOD

Owen Williams & Adam Wright
UK 2010, 1′, Animationsfilm

Wie hätte There Will Be Blood als Spiel der Super Nintendo-Ära ausgesehen?

SEINFELD: NOTHING SUPER CUT

LJ Frezza
USA 2014, 6’30“, Experimentalfilm

Szenen aus Seinfeld (1989-1998) in denen nichts passiert.

THE TARANTINO MIX TAPE

Jonny Wilson
USA 2009, 7′, Musikvideo

Jonny Wilson bekannt als Video DJ unter dem Namen Eclectic Method macht seit Jahren Mashups und Remixes. Mit seinem Videomixtapes hat er eine ganze Generation an Internetvideos mitgeprägt.

KFFK No°8 –  Online

Eine Auswahl aus den Filmen des Wettbewerbs und des Kölner Fensters der Festivalausgabe von 2014.

Dreh Experten drehen auf

Volker Heymann
Deutschland 2013, 4′, Spielfilm

Unbeeindruckt kriecht die Schnecke den Bierkrug hinauf. Drei Stammtischbrüder sitzen im Schrebergarten und schlagen sich hanebüchene Argumente zur Energiewende um die Ohren. Das Ganze kulminiert in perkussivem Silbengeprassel. Doch Sisyphos ist das nicht, laut der Stammtischbrüder, das ist „Green Business“.

x-x-xx–x–gewobenes Papier

Michel Klöfkorn
Deutschland 2014, 6′, Animationsfilm

Große Plakate der Fashionindustrie werden von Aktenvernichtern in Streifen geschnitten, neu geordnet, miteinander verwoben. Der Webprozess wird ins Visuelle verlängert – der Webstuhl neu erfunden. Der Film perforiert, zerpixelt und konstruiert das Dargestellte zu Interferenzen. Ein Papier-Bildteppich entsteht, der Film selbst wird zu einer Webmaschine. Deutschland, wir weben Dein Leichentuch, wir weben hinein den dreifachen Fluch – wir weben, wir weben.

CIRCUIT

Robert Gwisdek
Deutschland 2013, 15′, Spielfilm

Ein Elektriker ist in einem Raum mit zwei Türen. Durch eine der beiden Türen will er wieder hinaus. Doch die Tür führt ihn wieder in den Raum, den er soeben glaubte verlassen zu haben. Auf der Suche nach einem Ausweg aus dieser Endlosschleife wird er immer wütender und wütender und wütender..

NULL

David Gesslbauer & Michael Lange
Deutschland 2013, 4’30“, Experimentalfilm

Sie steht auf, sie frühstückt, geht unter die Dusche, zur Arbeit, danach feiern, landet im Bett – um am nächsten Tag wahrscheinlich wieder dasselbe zu tun. Alltag nennt man das. Diese Routine, das Hamsterrad des Lebens, die mit dem eigentlichen Leben nicht mehr viel zu tun hat, porträtiert (NULL) augenzwinkernd, um am Ende unkontrolliert doch endlich auszubrechen.

Sisyphos

Der Kampf gegen den Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.

Recently in the woods

Daniel van Westen
Deutschland 2013, 1′, Animationsfilm

Zwei Pferde machen sich über ein Einhorn lustig, weil es anders ist als sie. Ein Kurzfilm über Akzeptanz und Toleranz.

Ich, Siegfried

Milan Grünewald
Köln/Dortmund 2013, KHM, 40′, Spielfilm

Ich, Siegfried ist eine moderne Nibelungensage und der Diplomfilm von Regisseur Milan Grünewald und Kameramann Jan-Malte Enning.

Colorist Faust

Fridolin Körner & Ufuk Cam
Köln 2014, freie Produktion, 9′, Musikvideo/Experimentalfilm

Ein hypnagogischer Film mit Musik von Colorist, der formal so vertrackt ist wie die Musik des Kölner Trios selbst.

Emil

Simon Steinhorst
Köln 2013, KHM 5′, Animationsfilm

Emil beschreibt die Lücken in seiner Sprache, die zu einer schwer zu überwindenden Hürde zwischen Innen und Außen geworden sind.

Hex

Benjamin Ramírez Pérez & Stefan Ramírez Pérez
Köln 2013, KHM, 5′, Musikvideo/Experimentalfilm

Ein Musikvideo für die Kölner Band Xul Zolar.