KURZ­FILM­FES­TI­VAL Nº 10 — 2016

Eine Aus­wahl aus den Fil­men des Deut­schen Wett­be­werb der zehn­jäh­ri­gen Jubiläumsausgabe

SHAKE SHAKE SHAKE

NEO­ZOON
Deutsch­land 2015, 4’, Expe­ri­men­tal­film, ohne Dialoge

Shake Shake Shake ist eine Anein­an­der­rei­hung von Bil­dern im Gra­phic Inter­chan­ge For­mat (Gif), auf denen sich Tro­phä­en­jä­ger nach erfolg­rei­cher Jagd gegen­sei­tig beglück­wün­schen. Die­ser Vor­gang läuft nach einem immer glei­chen Mus­ter ab. In den Gifs von NEO­ZOON jedoch nimmt das Hän­de­schüt­teln kein Ende, und aus einem kur­zen sub­ti­len Moment wird ein beun­ru­hi­gen­des Ritu­al, das die Ver­or­tung der Akteu­re in der afri­ka­ni­schen Land­schaft auf ein­dring­li­che Wei­se hinterfragt. 

«[…] cra­ving for narrative»

Max Grau
Deutsch­land 2015, 24’, Expe­ri­men­tal­film, Eng­lisch mit eng­li­schen UT

«[…] cra­ving for nar­ra­ti­ve» ist so eine Art nicht-inde­xi­ka­li­scher Essay-Film über Zeit­lich­keit und die Poro­si­tät von Bedeu­tung. Der Film basiert auf einem 23-sekün­di­gen Aus­schnitt aus dem Film »Gre­a­se« von 1978. Die­ser Clip wird Anlass und Gegen­stand einer aus­ufern­den Erzäh­lung. Es geht um Loo­ps, die Gegen­wart, die eige­ne Fami­lie und die Fra­ge, ob es so etwas wie einen post-ideo­lo­gi­schen Medi­en­ge­brauch gibt. Und natür­lich geht es immer auch um das Internet.

New Aes­the­tic wid­met sich neu­en Ent­wick­lun­gen des Fil­me­ma­chens. Das Pro­gramm zeigt Fil­me, die unser Leben in der digi­ta­len Welt for­mal oder inhalt­lich reflektieren.

HEA­RING COLORS

Greg Brun­k­al­la
USA 2015, 5’, Doku­men­tar­film, Eng­lisch ohne UT

Neil Har­bis­sons Leben klingt wie eine Sci-Fi-Geschich­te. Neil wur­de mit Achro­mat­op­sie gebo­ren, einer sel­te­nen Krank­heit, die einen von 30.000 Men­schen voll­stän­dig far­ben­blind macht. Aber Neil ist nicht far­ben­blind, im Gegen­teil. Nach­dem er sei­ne Ärz­te über­zeu­gen konn­te, ihm eine Anten­ne in den Hin­ter­kopf zu implan­tie­ren, besitzt er nun einen ganz neu­en Sinn – er kann Far­ben hören. Der Film nimmt uns mit in Neils Leben und in eine ganz neue Welt. 

PEARL

Patrick Osbor­ne
USA 2016, 5’30, 360° Ani­ma­ti­ons­film, Eng­lisch ohne UT

Set insi­de their home, a beloved hatch­back, Pearl fol­lows a girl and her dad as they criss­cross the coun­try cha­sing their dreams. It’s a sto­ry about the gifts we hand down and their power to car­ry love. And fin­ding grace in the unli­keliest of places. 

THE FIGHT FOR FALLUJA

Ben C. Solomon
USA 2016, 11’, 360° Dokumentarfilm

“The Fight for Fal­lu­ja” allows view­ers to expe­ri­ence, first­hand, the batt­les that Iraqi for­ces endu­red to reta­ke Fal­lu­ja from ISIS this June. 

PLASTI­CI­TY UNFOLDING

AUJIK
Japan 2014, 5’, Spiel­film, Japa­nisch mit eng­li­schen UT

»Plasti­ci­ty Unfol­ding« basiert auf einem Gespräch zwi­schen AUJIK-Mit­glied Mana und ihrer ADI (Arti­fi­cial Deep Intel­li­gence) namens KIIA. KIIA ist ein auto­no­mes, fle­xi­bles, neura­les Netz­werk mit unge­ahn­ten Fähig­kei­ten zur Selbst­ver­bes­se­rung. KIIA hat kei­nen Kör­per, hat aber aus der Fähig­keit, sei­ne Umge­bung und davon abwei­chen­de Mus­ter erken­nen zu kön­nen, ein Selbst­be­wusst­sein ent­wi­ckelt. Mana fragt KIIA, ob es sich von sich selbst ein Bild macht.

HEART SWING

Paul Tril­lo
USA 2016, 4’, Musik­vi­deo, Eng­lisch ohne UT

Offi­zi­el­les Musik­vi­deo zu DJ Pones »Heart Swing«. Abs­tra­hier­te Kör­per­tei­le ergän­zen ein­an­der vor pas­tell­far­be­ner Leere. 

PARA­METRIC EXPRESSION

Mike Pel­le­tier
Nie­der­lan­de 2013, 3’, Ani­ma­ti­ons­film, ohne Dialoge

»Para­metric Expres­si­on« ist ein ani­mier­ter 3D-Film, der sich mit quan­ti­fi­zier­ten Emo­tio­nen befasst. In der Ani­ma­ti­on wer­den Emo­tio­nen auf eine Rei­he tech­ni­scher Para­me­ter beschränkt, die wie­der­holt, über­tra­gen, mani­pu­liert und letzt­lich ver­zerrt wer­den kön­nen. Die Ani­ma­ti­on spielt mit dem Begriff des »Uncan­ny Val­ley«, begrüßt aber das Absto­ßen­de, das die­ser Begriff meint, und strebt dabei doch nach etwas Schönem.

THE 3D ADDI­TI­VIST MANIFESTO

Moreh­shin Alla­hya­ri & Dani­el Rourke
UK/USA 2015, 10’, Expe­ri­men­tal­film, Eng­lisch mit eng­li­schen UT

#Addi­ti­vism ist ein Kof­fer­wort aus ›addi­ti­ve‹ und ›acti­vism‹ – eine Bewe­gung, die sich in fablabs, Werk­stät­ten und Klas­sen­räu­men kri­tisch mit ›radi­ka­len‹ neu­en Tech­no­lo­gien befasst; auf sozia­ler, öko­lo­gi­scher und glo­ba­ler Ebe­ne. Der 3D-Dru­cker ist eine umfas­sen­de Meta­pher unse­rer Zeit: eine Tech­no­lo­gie, die durch digi­ta­le Vor­gän­ge unser krea­ti­ves Tun in die Schich­ten einer Mate­rie aus geo­lo­gi­scher Urzeit einschreibt. 

THE WAVES

Mar­ta Di Francesco
UK 2016, 3’, Expe­ri­men­tal­film, Eng­lisch ohne UT

»The Waves«, inspi­riert durch Vir­gi­nia Woolfs gleich­na­mi­ges Buch von 1931, erkun­det weib­li­che Iden­ti­tät in der vir­tu­el­len Welt. Die Wel­len heben und sen­ken sich, kra­chend, for­mie­ren sich und bre­chen erneut. Sie ver­we­ben sich in einer ste­ten Wand­lung, in der ver­schie­de­ne Iden­ti­tä­ten sich zusam­men­fü­gen und ver­schmel­zen. In ihrem hyp­no­tisch-fort­wäh­ren­den Kreis­lauf, im per­ma­nen­ten Fluss, hin­ter­fra­gen die Wel­len unse­re Identität.

ABC

Alan War­bur­ton
UK 2016, 3’, Musik­vi­deo, ohne Dialoge
Musik: Ludo­vico Einaudi

Ein Musik­vi­deo zu Ludo­vico Ein­au­dis »ABC« von sei­nem Album »Ele­ments« aus dem Jahr 2015. Wäh­rend der sechs­wö­chi­gen Pro­duk­ti­on im Herbst 2015 posi­tio­nier­te der Künst­ler über 5.000 wei­ße CGI-For­men, um eine Rei­he abs­trak­ter sym­me­tri­scher Mus­ter zu erzeu­gen, die an die gleich­na­mi­ge Skulp­tur des nor­we­gi­schen Künst­lers Gus­tav Vige­land erinnern. 

MEMO­RY 2.0

Dugan O’Neal
USA 2014, 11’30’’, Spiel­film, Eng­lisch ohne UT

In einer nicht abwe­gig erschei­nen­den Zukunft set­zen Erin­ne­rungs-Simu­la­ti­ons-Dienst­leis­ter Vir­tu­al Rea­li­ty ein, um ihren Kun­den ein Ver­gan­gen­heits­er­leb­nis zu besche­ren. Die Lie­bes­ge­schich­te Memo­ry 2.0 nimmt uns mit auf eine emo­ti­ons­ge­la­de­ne Rei­se durch den Ver­stand ihres Protagonisten.

HYBRIS

Arjan Brent­jes
Nie­der­lan­de 2014, 6’30’’, Expe­ri­men­tal­film, Eng­lisch mit eng­li­schen UT

Was bleibt von der Lie­be im ewi­gen Leben? In einer 60er-Jah­re-Talk­show dis­ku­tiert ein Wis­sen­schaft­ler die künf­ti­ge Mög­lich­keit eines unend­li­chen mensch­li­chen Lebens. Zwi­schen­durch sehen wir sei­ne Erin­ne­run­gen an eine kur­ze Liebschaft. 

Shorts On Wheels — eine Fahr­rad­tour der beson­de­ren Art, an aus­ge­wähl­ten Orten hal­ten wir an und machen wei­ße Wän­de zu Leinwänden.

INPUT/OUTPUT

Ter­ri Timely
USA 2015, 4’, Expe­ri­men­tal­film, ohne Dialoge

Mit all­täg­li­chen Gegen­stän­den und ver­tausch­ten Bil­dern schaf­fen es die Fil­me­ma­cher, dem Publi­kum bei ihren Expe­ri­men­ten völ­lig uner­war­te­te Ergeb­nis­se zu zei­gen. Man sagt, das Geheim­nis für ein glück­li­ches Leben sei, immer mit Begeis­te­rung durch die Welt zu gehen. Dafür gibt es die­sen Film! 

MAGIC DINER

Nic­las Larsson
USA 2015, 3’, Spiel­film, Englisch

Swe­dish actress Ali­cia Vikan­der plays a scep­ti­cal diner-goer, who falls under the spell of a for­tu­ne-tel­ling nap­kin dis­pen­ser that accu­rate­ly pre­dicts a sur­pri­se visit.

THE RED DRUM GETAWAY

Adri­en Deza­lay, Emma­nu­el Dela­bae­re, Simon Philippe
Frank­reich 2015, 4’, Expe­ri­men­tal­film, ohne Dialoge

 A Hitch­cock mas­hup whe­re Kubrick is the vil­lain. „Jim­my was having a rather beau­ti­ful day until he bum­ped into Jack and things got weird.“

THE PRO­CE­DU­RE

Cal­vin Lee Reeder
USA 2016, 4’30“, Spiel­film, ohne Dialoge

A man is cap­tu­red and for­ced to endu­re a stran­ge experiment.

YOU ARE AWAKE

Pedro Mar­tin-Caler
UK 2016, 4’30’’, Spiel­film, ohne Dialoge

For almost 2 years the peop­le of the vil­la­ge of Kala­chi, Kazakh­stan have star­ted to faint and fall asleep without any reason.

MELT TONIGHT

Fabi­an Podeszwa
Deutsch­land 2015, 4’, Musik­vi­deo, ohne Dialoge

Musik­vi­deo für die Köl­ner Band Ora­cles.

OPE­RA­TOR

Caro­li­ne Bartleet
UK 2015, 6’30“, Spiel­film, Englisch

An Emer­gen­cy Ser­vices Ope­ra­tor in a Fire Con­trol Room has just star­ted a long night shift when she picks up a call from a despe­ra­te young mother. An hour pre­vious­ly, Gemma had fal­len asleep in front of the tele­vi­si­on and has now woken to find the room full of smo­ke. Her three year old son is trap­ped in his bedroom ups­tairs. Fla­mes have star­ted to creep down the stairs that Gemma must use in order to reach him. The operator’s gui­d­ance is all that Gemma can rely on in order to survive.

Fokus: Work Work Work — Arbeit bestimmt unse­ren All­tag, ist iden­ti­täts­stif­tend und lebensnotwendig.

GER­MA­NY ILU OLOKIKI

Mal­te Fröh­lich & Maria Kindling
Deutsch­land 2013, 9’30’’, Doku­men­tar­film, Yoru­ba mit eng­li­schen UT 

Der All­tag der Flücht­lin­ge in Vockero­de besteht aus Lan­ge­wei­le, aus toten Stun­den, die sich zu Jah­ren ver­lo­re­ner Lebens­zeit sum­mie­ren. Ein Film über die Gewalt­tä­tig­keit des War­tens. »Ger­ma­ny ilu olo­ki­ki« (»Deutsch­land, das gelob­te Land«) ent­stand in enger Zusam­men­ar­beit mit in Sach­sen-Anhalt leben­den Geflüchteten. 

MAN OF IRON 

Ange­li­ka Herta
Polen 2011, 2’, Expe­ri­men­tal­film, ohne Dialoge 

Ein Arbei­ter in einer lee­ren Werks­hal­le in der Schiffs­werft in Dan­zig. Gear­bei­tet wird mit Hin­ga­be, die Ham­mer­schlä­ge hal­len noch lan­ge nach.

THE MASS OF MEN

Gabri­el Gauchet
UK 2012, 17’30’’, Spiel­film, Eng­lisch mit deut­schen UT 

Richard, 55, arbeits­los, kommt drei Minu­ten zu spät zu sei­nem Ter­min beim Arbeits­amt. Sei­ne Sach­be­ar­bei­te­rin, gefan­gen in den Zwän­gen ihres Sys­tems, hat kei­ne Wahl und ahn­det sei­ne Ver­spä­tung. Um sei­nen Absturz ins Elend auf­zu­hal­ten, ergreift Richard ver­zwei­fel­te Maßnahmen. 

SRY BSY

Vere­na Westphal
Deutsch­land 2015, 3’30’’, Ani­ma­ti­ons­film, ohne Dialoge 

Zeit­man­gel, Stress, Über­ar­bei­tung – in moder­nen Gesell­schaf­ten sind die­se Fak­to­ren ein bestim­men­der Bestand­teil unse­res Arbeits­all­tags. Dass das ›blin­de Mit­lau­fen‹ im Hams­ter­rad sei­ne Spu­ren hin­ter­lässt, däm­mert uns bereits … Sry bsy – ein absur­der, schwarz­hu­mo­ri­ger 2D-Ani­ma­ti­ons­film über Obses­sio­nen, Zwän­ge und Ent­frem­dung, der die Para­do­xie des moder­nen Selbst­ver­ständ­nis­ses beleuchtet. 

Kur­zes für Kur­ze — unser Kin­der­pro­gramm für klei­ne Besucher

SKY HIGH

Ste­wart Powers
UK 2015, 2’, Ani­ma­ti­ons­film, Eng­lisch ohne UT

Der Fil­me­ma­cher erweckt sei­ne Zeich­nun­gen auf einer wei­ßen Flä­che zum Leben und schickt einen Jun­gen auf ein Aben­teu­er über den Wolken. 

WOLF

Julia Ocker
Deutsch­land 2015, 4’, Ani­ma­ti­ons­film, ohne Dialoge

Der Wolf schleicht durch den nächt­li­chen Wald und sucht ein ruhi­ges Plätz­chen, um sei­nem heim­li­chen Hob­by nach­zu­ge­hen. So bemerkt er gar nicht, dass er beob­ach­tet wird. 

THE WAL­KER

Thi­bault Chollet
Frank­reich 2016, 6’, Ani­ma­ti­ons­film, ohne Dialoge

Nachts in einer fast ver­las­se­nen Stadt. Ein Mann wird zum Opfer sei­nes Schattens. 

SCHON GEHÖRT

Sören Wendt & Mar­tin Baltscheit
Deutsch­land 2016, 4’30”, Ani­ma­ti­ons­film, Deutsch mit eng­li­schen UT

Schon gehört? Der Fla­min­go ist gar kein Fla­min­go, son­dern etwas Unge­heu­er­li­ches! Ist nur ein Gerücht. Muss also nicht wahr sein. Kann aber…