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Filmszene

Das Programm 2017 ist jetzt online!

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In drei Wochen ist es soweit! Die elfte Ausgabe des Kurzfilmfestival Köln geht los. Aus über 700 Einreichungen ist ein bunt gemischtes Programm entstanden, das bewegt, fesselt, zum Nachdenken und zum Lachen bringt. Alle Filme und weiteren Veranstaltungen im Rahmen des Festivals findet ihr ab sofort auf der Homepage.

Für den Deutschen Wettbewerb und das Kölner Fenster wurden 33 Arbeiten ausgewählt. Die Bandbreite reicht von der klassischen Geschichte über die expressionistische Videoarbeit zur mitreißenden Animation, vom beobachtenden Dokumentarfilm zur prägnanten Gesellschaftskritik.
Auch in diesem Jahr werden zahlreiche internationale Koproduktionen das Programm bereichern.

Das Wettbewerbsprogramm läuft in Anwesenheit vieler Filmemacher*innen von Mittwoch, 15. bis Sonntag, 19. November im Filmforum NRW im Museum Ludwig und der Filmpalette.

Die Arbeiten der Kölner Filmemacher*innen und Künstler*innen stehen im Kölner Fenster gleichberechtigt neben denen nationaler Filmemacher*innen – präsentiert in der Langen Filmnacht. Es werden zwei Publikumspreise vergeben, und es besteht die Chance auf eine Preisvergabe durch den WDR.

Das Kölner Fenster läuft am Freitag, den 17. November um 19:30 Uhr im Filmclub 813.

Digital First – Reality Second?
Die Programmreihe New Aesthetic blickt dieses Mal tief hinein in die Maschinen. Wem oder was ist hier noch zu trauen?

Dieses Jahr nähern sich die beiden Programme scheinbar gegensätzlichen Themenfeldern in der Beziehung zwischen Mensch und Technologie. In GHOSTS IN THE MACHINE wird die übermächtige und nicht mehr zu erklärende Technologie zum Religionsersatz. Dabei kann sie uns scheinbar magische Phänomene wie außerkörperliche Erfahrungen oder ein Leben nach dem Tod ermöglichen. Gleichzeitig erwecken die Algorithmen Geister zum Leben, die digitale Schaltkreise mit ihrem Spuk heimsuchen. REALITY FIRST heißt es dagegen in den Filmen des anderen Programms. Nachrichtenredaktionen aus aller Welt bringen uns rund um die Uhr, immer blitzschnell, die neuesten Nachrichten und damit scheinbar harte Fakten ins Wohnzimmer – doch welchen Bildern können wir noch trauen, wenn ihre künstliche Erzeugung und Manipulation nur noch ein Kinderspiel scheint und über jeder Nachricht der Vorwurf von Fake News schwebt?

Zwischen den beiden Programmen wird eine Paneldiskussion die Auseinandersetzung vertiefen. Unter dem Titel Fake it `til you believe it bitten wir Filmemacher*innen, Wissenschaftler*innen und Journalist*innen zur Diskussion über den Wert der Wirklichkeit im Zeitalter des Bullshits.

Die Programme der Reihe New Aesthetic laufen am Samstag, 18. November, ab 16:00 Uhr in Anwesenheit von Gästen im Filmforum NRW im Museum Ludwig.

Acht Sektionen und viele Specials

In diesen und weiteren Sektionen – Spotlight: Michel Klöfkorn, Best of Festivals, Shorts on Wheels, Kurzes für Kurze und Fokus: Bis Morgen. – zeigt das Kurzfilmfestival Köln an fünf Tagen über 100 Animations-, Dokumentar-, Experimental- und Spielfilme aus über 20 Ländern sowie Filme aus den Grenzbereichen zwischen Kurzfilm und Netzkunst. Dazu erwartet euch ein vielseitiges Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Performances, Diskussionen und der legendären Festivalparty!

Der Vorverkauf startet in Kürze bei kölnticket.de
Eine Akkreditierung für Fachbesucher*innen ist ab sofort möglich.
Zum Facebook-Event gelangt ihr hier.

Wir freuen uns auf euch!

New Aesthetic: Ghosts In The Machine beim Film Festival Cologne 2017

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Special Preview

Am 2. und 3. Oktober präsentieren wir das brandneue Programm New Aesthetic: Ghosts In The Machine auf dem Film Festival Cologne!

Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden – so sah es schon Sciene-Fiction-Visionär Arthur C. Clarke. Dieses Kurzfilmprogramm widmet sich den Geistern, die unseren Technologien innewohnen. Dürfen Figuren einer Computersimulation auf ein Leben nach dem Tod hoffen? Können wir mit Hilfe einer Drohne außerkörperliche Erfahrungen machen? Fragen, mit denen sich die Filme dieses Programms beschäftigen und dabei die Parallelen zwischen digitaler Technologie und Religion, Spiritualismus, Schamanismus und übernatürlichen Phänomenen aufzeigen.

Wie auch in den letzten beiden Jahren präsentieren wir ein erstes Programm aus der New Aesthetic Sektion bereits vorab auf dem Film Festival Cologne.

Mit dabei sind: Again and Again and Again (R: Rachel MacLean), Dominant Policy (R: Laleh Mehran), Critical Mass (R: Anne de Vries), Hyperlinks or it didn’t happen (R: Cécil B. Evans), Waddle On (R: Zach Jones & Ben Kitnick), Lessons on leaving your body (R: Nadav Assor), Everything (R: David OReilly).

Auch dieses Jahr verlosen wir wieder Tickets über Facebook. Was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr dort in Kürze. Weitere Tickets für das Kurzfilmprogramm bekommt ihr hier

Save the Dates: 2. Oktober 19.30 Uhr, 3. Oktober 15.00 Uhr, Filmpalast Köln

„Die Neugier und der unbedingte Glaube an die Kunst sind in der Kölner Szene allgegenwärtig“

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Wir haben den Spieß mal umgedreht und mit choices, dem Kultur- und Kinomagazin, über große Momente im Kino, Stärken und Schwächen der Kölner Kulturszene und selbstverständlich über unser Festival gesprochen. Projektleiter Rüdiger Schmidt-Sodingen beantwortete unsere Fragen.

KFFK: Wie groß ist das choices-Team und die Filmredaktion? Und war das Heft eigentlich schon immer kostenlos?
Schmidt-Sodingen: Für choices arbeiten gut 20 Autorinnen und Autoren, die Filmredaktion umfasst 10 KritikerInnen. Das Heft wurde 1989 vom kürzlich verstorbenen Kinomacher Heinz Holzapfel, Peter Debüser, Stadtgarten-Gründer Reiner Michalke und Joachim Berndt gegründet. Und es war schon immer kostenlos! Es sollte ja so etwas wie das Kölner Pendant zur New Yorker Village Voice sein, deren Innenteil ja „choices“ heißt.

Über 45 kurze und lange Filmkritiken in einer Ausgabe – von den ganzen Konzertkritiken und Vorschauen ganz zu schweigen. Wie bekommt ihr das eigentlich gestemmt?
Die Filmstarts werden von Jahr zu Jahr mehr – und damit wird es auch immer schwieriger, wirklich alle Filme zu spiegeln und zu besprechen. Wir geben da aber unser bestes. Und kurz vor Drucktermin wird es natürlich oft hektisch, da einige Filme plötzlich doch noch in Köln starten, Filmanzeigen dazu kommen oder ähnliches.

Ist die Kulturszene Kölns überhaupt so vielfältig, dass sie Monat für Monat über 60 Seiten füllen kann?
Auf jeden Fall! Allein die Kino- und Theaterszene bietet so viele spannende Angebote, dass man täglich zu fünf oder sechs Terminen gehen könnte. Köln war ja schon immer eine offene Stadt. Es gibt also täglich auch viele Angebote junger, neuer Künstler, die sich hier auf kleinen Bühnen ausprobieren oder ihre Filme vorstellen. Diese Neugier auf Neues und Anderes macht Köln zu einer echten Kulturstadt.

Wo hat die Kölner Kulturszene denn Stärken und wo hat sie Schwächen?
Die Neugier und der unbedingte Glaube an die Kunst sind in der Kölner Szene allgegenwärtig. Und wir haben hier eine einzigartige Vielfalt von MacherInnen und BetreiberInnen. Schwächen sehe ich höchstens in der Außendarstellung. Da macht man sich mitunter kleiner, als man ist. Oder man übersieht einiges, was längst da ist. Ich werde beispielsweise nie verstehen, warum gute Ideen und eingeführte Marken nach Jahren einfach über Bord geworfen werden. Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs hatte da viel Symbolisches.

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Rüdiger Schmidt-Sodingen

Bekommt man als FilmkritikerIN nicht nach einigen Jahren ein sehr motorisiertes und abgeklärtes Verhältnis zum Medium Film? Wenn nein: Wie schafft es das Medium, immer und immer wieder aufs Neue zu begeistern?
Ich glaube, es hat viel mit dem Herzen zu tun. Solange man empfindsam bleibt, kann man sich einem Film gar nicht abgeklärt widmen. Selbst die schlimmste Mainstreamklamotte kann einige wunderbare Momente haben. Ich halte es da mit René Clair, der mal gesagt hat: „Fünf herausragende Minuten in einem 90-minütigen Film sind genug, um die Hoffnung aufs echte Kino aufrecht zu erhalten.“

Warum habt ihr damals beschlossen im Rahmen unseres Festivals einen Preis zu vergeben?
Der Kurzfilm lag uns schon immer am Herzen. Von Beginn an hatten wir mit choices eigene Kurzfilmabende und glaubten an die Erneuerung des Mediums Film durch den Nachwuchs, der sich ja in Kurzfilmen ausprobiert und nach neuen Möglichkeiten sucht. Den Nachwuchs zu bestärken, ihm Mut zu machen, ist ganz klar das Schönste, was man tun kann.

Welche Bedeutung hat die Kölner Kurzfilmszene, etwa mit ihren Hochschulproduktionen, für die Kölner Filmszene insgesamt?
Die Kurzfilmszene hatte schon immer eine große Bedeutung für Köln und das Film- und Kinogeschehen. Viele große Regisseurinnen und Regisseure haben hier in Köln gearbeitet oder hier ihre ersten Werke vorgestellt. Und natürlich sind die KHM und die IFS weiter ein unglaublicher Talente-Pool. Sie verstehen es zudem, die Werke ihrer Studenten wirklich bekannt zu machen.

Hast Du, oder habt ihr unser Festival schon mal besucht? Wenn, ja – gibt es eine schöne Anekdote?
Ich bin jedes Jahr beim Festival dabei. Die schönsten Momente sind immer die, wo ein Film dich eiskalt erwischt. Das heißt, das Thema oder eine Szene erzählen so viel vom wirklichen Leben, das man völlig gebannt und begeistert ist. Und da merkt man dann, dass die Kunst der einzig mögliche, humane Kampf für die Wahrheit ist.

KFFK zu Besuch bei Finder TV

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Jedes Jahr taucht er scheinbar wie aus dem nichts auf unserer Preisverleihung auf, gewissenhaft und selbstverständlich schüttelt er Hände auf der Bühne, lächelt, übergibt seinen Preis. Dann ist er wieder verschwunden, bis zum nächsten Jahr. Wir möchten es endlich wissen: Wer ist dieser Thomas Finder eigentlich, der dieses Jahr bereits zum viertem Mal ohne zu murren unseren Publikumspreis im Kölner Fenster stiftet? Wir verabreden uns an einem schwülen Endsommertag in den Geschäftsräumen des Finder TV-Kameraverleihs. „Kameraverleih“ – in unserer Erwartung erstrecken sich Bilder einer Technik-Grotte in der urbanen Unterwelt, stickige Luft, fleckiger grauer Filzboden – und gibt’s da überhaupt Club Mate?

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Thomas Finder. Den Eingang zu der Firma ziert diese Lolli-Sammlung, an der man sich gerne bedienen darf!

Aber nein – Thomas Finder und seine Kollegen wirken alles andere als arm an Sonneneinstrahlung. Die lichten Räume in der Deutzer Arnoldsstraße sind  riesengroß, mit Laminatboden verkleidet, die Küche ist stilsicher. Im Kühlschrank stapeln sich wahrscheinlich die Koffeinhaltligen-Wunderflaschen zu einer Pyramide aus Frohsinn. Vor 1,5 Jahren hat die Firma sich hier niedergelassen. Apropos Küche: Über eine Redaktion verfügt Finder TV auch und arbeitet seit März für das Sat1-Frühstücksfernsehen. Ein Ladendetektiv kommt auf ein Pläuschen vorbei, denn die Sat1-Sendung „Fahndung Deutschland“ wird auch von hier mit Ideen beliefert. Im Keller gibt es ein Postproduktionsstudio, das untervermietet wird und ein Tonstudio, das – zu unserer größten infantilen Freude – je nach gewünschter Atmosphäre das Licht verändert!

Hier scheint alles möglich, und das hat sich Finder wohl auch zum Programm gemacht. 24 Stunden telefonischer Notfall-Service? Kein Problem! Notfalllieferung nach Florida? Machen wir irgendwie! Beim Dreh wird noch Personal benötigt? Finder schickt seine Azubis vorbei! „Man kennt sich, man hilft sich“, sagt er dabei mit kölscher Manier. Und zum Festival: „Wenn jemand beim Publikum ankommt, dann hat sie oder er eine Chance verdient, gefördert zu werden.“ Silvia Borges etwa, die 2013 mit Zu dir? auf dem KFFK (damals noch „UNLIMITED“) den Publikumspreis gewann, arbeitete auch nach der Preisstiftung mit Finder zusammen. Eine dieser Arbeiten, Ein Mann wie ein Baum, ist dieses Jahr unter anderem im Rennen des Heartland Film Festivals im amerikanischen Indiana.  „Ich würde gerne den nächsten Roland Emmerich fördern“, sagt Finder.  Puh, lieber Thomas Finder – wir geben unser bestes!