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Festival

Kurz­fil­me gegen die Krise

By Allgemein, Festival, Mediathek

In der der­zei­ti­gen Lage müs­sen lei­der vie­le film- und kino­be­zo­ge­nen Ver­an­stal­tun­gen aus­fal­len. Als Alter­na­ti­ve bleibt natür­lich das Fil­me gucken von Zuhause.

Und so gibt es nun auch aktu­ell Fil­me der letz­ten Aus­ga­ben des KFFK in der Media­thek auf unse­rer Web­site unter dem Slo­gan: Kurz­fil­me gegen die Kri­se. Mit regel­mä­ßi­gen Updates zum Wie­der­se­hen, Neu­ent­de­cken oder Weitersagen.

Mit dabei sind bereits u.a. ALL THE­SE CREA­TURES (Gol­de­ne Pal­me von Can­nes), BRO­THER­HOOD (Oscar Nomi­nie­rung — Bes­ter Live-Action Kurz­film) und ACID RAIN (Sundance Film Festival).

Dazu gibt es noch viel mehr Fil­me der ver­gan­ge­nen Jah­ren in der Media­thek des KFFK. Viel Spaß beim Streamen!

Blei­ben SIe gesund und hof­fent­lich auf bald wie­der im Kino!

Es grüßt herzlich,

Johan­nes Duncker, Festivalleiter
& das Festivalteam

Das Pro­gramm 2019

By Festival, Filmszene, Events, Screening

Als dau­er­haf­tes Forum für den unab­hän­gi­gen Kurz­film geht das Kurz­film­fes­ti­val Köln (KFFK) vom 13. bis zum 17. Novem­ber in die drei­zehn­te Run­de. Das Fes­ti­val ver­folgt aktu­el­le Ten­den­zen des ästhe­ti­schen und nar­ra­ti­ven Schaf­fens jun­ger Talen­te sowie frei­er Filmemacher*innen und ver­steht sich als Prä­sen­ta­ti­ons- und Dis­kus­si­ons­platt­form für Film­schaf­fen­de, ein debat­tier­freu­di­ges Publi­kum und Branchenvertreter*innen.

Für den Deut­schen Wett­be­werb und das Köl­ner Fens­ter sind aus rund 700 Ein­rei­chun­gen 33 Arbei­ten aus­ge­wählt. Die Band­brei­te reicht von der klas­si­schen Geschich­te über die expres­sio­nis­ti­sche Video­ar­beit zur mit­rei­ßen­den Ani­ma­ti­on, vom beob­ach­ten­den Doku­men­tar­film zur prä­gnan­ten Gesellschaftskritik.

Auch in die­sem Jahr wer­den zahl­rei­che inter­na­tio­na­le Kopro­duk­tio­nen das Pro­gramm bereichern.

Das Wett­be­werbs­pro­gramm läuft in Anwe­sen­heit vie­ler Filmemacher*innen von Mitt­woch, 13. bis Sonn­tag, 17. Novem­ber im Film­fo­rum NRW im Muse­um Lud­wig und der Filmpalette.

Die Arbei­ten der Köl­ner Filmemacher*innen und Künstler*innen ste­hen im Köl­ner Fens­ter gleich­be­rech­tigt neben denen natio­na­ler Filmemacher*innen — prä­sen­tiert in der Lan­gen Film­nacht. Es wer­den zwei Publi­kums­prei­se ver­ge­ben, und es besteht die Chan­ce auf eine Preis­ver­ga­be durch den WDR.

Das Köl­ner Fens­ter läuft am Frei­tag, den 15. Novem­ber um 19:30 Uhr im Film­club 813.

In die­sen und wei­te­ren Sek­tio­nen — New Aes­the­tic: Macht und Kon­trol­le, Spot­light: Lina Sieck­mann und Miri­am Gos­sing, Best of Fes­ti­vals, dem Gast­pro­gramm der SK-Stif­tung Kul­tur: Ver­un­si­cher­te Genera­ti­onShorts on Wheels, Kin­der­pro­gram­me und dem Fokus: Escape — zeigt das Kurz­film­fes­ti­val Köln an fünf Tagen über 100 Animations‑, Dokumentar‑, Expe­ri­men­tal- und Spiel­fil­me aus über 20 Län­dern sowie Fil­me aus den Grenz­be­rei­chen zwi­schen Kurz­film und Netzkunst.

Das KFFK beim Film Fes­ti­val Colo­gne 2019

By Festival, Filmszene, Kooperationen, Events

LOOK SHORT FILMS

Erst­mals zeigt das KFFK/Kurzfilmfestival Köln ein exklu­siv zusam­men­ge­stell­tes Pro­gramm beim dies­jäh­ri­gen Film Fes­ti­val Colo­gne in der Sek­ti­on LOOK. Fünf sehr unter­schied­li­che kur­ze Doku­men­tar- und Spiel­fil­me, die her­aus­ra­gen­de visu­el­le Ansät­ze und den Mut zum Expe­ri­ment vereinen.

Ein Wie­gen­lied wird an einem unge­wöhn­li­chen Ort gesun­gen, eine Mut­ter und ihre Toch­ter wer­den durch Papp­ma­schee­köp­fe zu gro­tes­ken Figu­ren. Snap­chat­fil­ter legen sich wie Mas­ken über Gesich­ter, ein Oster­ri­tu­al wird zu einem eigen­ar­ti­gen Spek­ta­kel und ein Film­vor­trag drängt plötz­lich in die Realität.

Nur­s­e­ry Rhy­mes (Tho­mas Noa­kes), Hard On (Joan­na Rytel), Hor­se RidersKrzy­zo­ki (Anna Gaw­li­ta), Shi­ver of Love / Fris­son d’Amour (Maxence Sta­ma­tia­dis), The Argu­ment (with anno­ta­ti­ons) (Dani­el Cockburn)

Ter­mi­ne

FREI­TAG, 11. OKTO­BER 2019 / 19:00 UHR / FILM­PA­LAST 5 / TICKETS
SONN­TAG, 13. OKTO­BER 2019 / 16:00 UHR / FILM­PA­LAST 5 / TICKETS

Die Fil­me

NUR­S­E­RY RHYMES
R: Tho­mas Noakes
Aus­tra­li­en 2018, 5′, Spielfilm
 
HARD ON
R: Joan­na Rytel 
Schwe­den 2019, 20′, Spielfilm
 
KRZY­ZO­KI (HOR­SE RIDERS)
R: Anna Gawlita
Polen 2018, 19′, Dokumentarfilm
 
FRIS­SON D’A­MOUR (SHI­VER OF LOVE)
R: Maxence Stamatiadis 
Frank­reich 2019, 19′, Experimentalfilm/Spielfilm
 
THE ARGU­MENT (WITH ANNOTATION)
R: Dani­el Cockburn 
Kana­da 2017, 20′, Filmessay/Spielfilm

 

Hier fin­det ihr das Event auf Face­book.

Das Pro­gramm 2018 im Überblick

By Festival, Filmszene, Events, Screening

Zum 12. Mal prä­sen­tiert das Kurz­film­fes­ti­val Köln in 8 Sek­tio­nen und über 100 Fil­men das aktu­el­le Schaf­fen jun­ger und eta­blier­ter Filmemacher*innen. Ein span­nen­des Rah­men­pro­gramm mit Per­for­man­ces, Dis­kus­sio­nen, der Shorts On Wheels Kino-Fahr­rad­tour und der legen­dä­ren Fes­ti­val­par­ty run­den das Film­pro­gramm ab. Den Gen­res sind dabei kei­ne Gren­zen gesetzt!

Deut­scher Wett­be­werb und Köl­ner Fenster

Für den Deut­schen Wett­be­werb und das Köl­ner Fens­ter sind aus rund 700 Ein­rei­chun­gen 33 Arbei­ten aus­ge­wählt. Die Band­brei­te reicht von der klas­si­schen Geschich­te über die expres­sio­nis­ti­sche Video­ar­beit zur mit­rei­ßen­den Ani­ma­ti­on, vom beob­ach­ten­den Doku­men­tar­film zur prä­gnan­ten Gesellschaftskritik.

Auch in die­sem Jahr wer­den zahl­rei­che inter­na­tio­na­le Kopro­duk­tio­nen das Pro­gramm bereichern.
Das Wett­be­werbs­pro­gramm läuft in Anwe­sen­heit vie­ler Filmemacher*innen von Mitt­woch, 14. bis Sonn­tag, 18. Novem­ber im Film­fo­rum NRW im Muse­um Lud­wig und der Filmpalette.

Die Arbei­ten der Köl­ner Filmemacher*innen und Künstler*innen ste­hen im Köl­ner Fens­ter gleich­be­rech­tigt neben denen natio­na­ler Filmemacher*innen — prä­sen­tiert in der Lan­gen Film­nacht. Es wer­den zwei Pu

bli­kums­prei­se ver­ge­ben, und es besteht die Chan­ce auf eine Preis­ver­ga­be durch den WDR.Das Köl­ner Fens­ter läuft am Frei­tag, den 16. Novem­ber um 19:30 Uhr im Film­club 813.

Best Of Fes­ti­vals und Fokus

In der Sek­ti­on Best Of Fes­ti­vals zele­brie­ren wir die sinn­lichs­te Dimen­si­on der Preis­trä­ger­schaft: die Sicht­bar­keit. Los­ge­löst von geo­gra­fi­scher Ein­gren­zung und außer­halb jeg­li­cher Kon­kur­renz zei­gen wir — in drei Pro­gram­me geglie­dert — eine Aus­wahl an Fil­men, die welt­weit auf ande­ren Fes­ti­vals aus­ge­zeich­net wor­den sind und jetzt im kurz­wei­li­gen Erfolgs­rausch den Pla­ne­ten bereisen.

Best Of Fes­ti­vals I
14. Novem­ber 21.00 Uhr, Filmforum
Best Of Fes­ti­vals II
17. Novem­ber 19.00 Uhr, Film­club 813
Best Of Fes­ti­vals III
18. Novem­ber 17.00 Uhr, OFF Broadway

Der Fokus beleuch­tet — wie es der Name bereits ver­rät — ein kon­kre­tes The­ma. In die­sem Jahr ver­sam­melt es Fil­me, die sich mit der Kon­struk­ti­on und Demon­ta­ge von Iden­ti­tä­ten, mit Ras­sis­mus und kul­tu­rel­ler Aneig­nung beschäftigen.

Fokus: Wei­ße Schat­ten, schwar­zes Licht
17. Novem­ber 21.30 Uhr, Filmpalette

Der lan­ge The­men­sams­tag: New Aes­the­tic: The End Of Uto­pia? und Digi­tal Aes­the­tics through Post­Fu­ture Interactions

Die Pro­gramm­rei­he New Aes­the­tic nähert sich die­ses Jahr den Gren­zen unse­rer Vor­stel­lungs­kraft. Wie sieht die Zukunft mit künst­li­chen Intel­li­gen­zen aus, wie beein­träch­tigt oder berei­chert die Tech­no­lo­gie unser Zusam­men­le­ben und Arbeiten?

Neben den zwei KFFK-Pro­gram­men freu­en wir uns außer­dem die­ses Jahr die Kura­to­rin für Video Art des Athens Digi­tal Arts Fes­ti­val bei uns zu begrü­ßen, die uns ein the­ma­tisch ange­glie­der­tes Pro­gramm mit­ge­bracht hat.

Zwi­schen den Pro­gram­men bie­tet ein Panel Talk eine dis­kur­si­ve Ergän­zung. Es dis­ku­tie­ren Ste­fan Kae­gi (Rimi­ni Pro­to­koll), Rüdi­ger Suchs­land (Film­kri­ti­ker), Eiri­ni Olym­piou (Athens Digi­tal Arts Fes­ti­val), Dan O’Ha­ra (Phi­lo­soph) über Fra­gen zu Dys­to­pie- und Uto­pie-Nar­ra­ti­ven einer tech­ni­sier­ten Zukunft. Wie viel Rea­li­tät steckt in den fil­mi­schen Erzäh­lun­gen und wie beein­flu­ßen sie die­se wiederum?

Digi­tal Aes­the­tics through Post­Fu­ture Interactions
17. Novem­ber 14.00, Filmforum

New Aes­the­tic: The End Of Uto­pia? (Part I)
17. Novem­ber 15.30, Filmforum

Talk: The End of Utopia?
17. Novem­ber 17.30, Filmforum

New Aes­the­tic: The End Of Uto­pia? (Part II)
17. Novem­ber 19.00, Filmforum

Spot­light: Jen­net Thomas

Das Spot­light rich­ten wir in die­sem Jahr auf die Per­for­mance- und Film­künst­le­rin Jen­net Tho­mas. In der anar­chi­schen, expe­ri­men­tel­len Lon­do­ner Künst­ler-Sze­ne der 90er war Jen­net Tho­mas Mit­be­grün­de­rin des Explo­ding Cine­ma Collec­ti­ve. Sie arbei­tet zu Sys­te­men des Glau­bens und der Ideen, zeigt uns Vor­stel­lun­gen von Wahr­heit, Macht und Ver­gnü­gen – und wie kul­tu­rel­le Tra­di­tio­nen je nach Bedarf der Epo­che ver­zerrt und wie­der­her­ge­stellt wer­den. Mit schwar­zem Humor erzählt sie uns Mär­chen des 21. Jahr­hun­derts, die das Bana­le und das Bizar­re zusam­men­brin­gen. Seit 2007 wer­den ihre Arbei­ten im Kon­text groß­for­ma­ti­ger Instal­la­tio­nen und Per­for­man­ces präsentiert.

Spot­light: Jen­net Thomas
15. Novem­ber 21.30, Filmpalette

Is It Me? Ein Kurz­film­pro­gramm zur Fra­ge nach Iden­ti­tät und zu Bil­dern vom Selbst — prä­sen­tiert und kura­tiert von der SK Stif­tung Kultur

Wir freu­en uns, dass die SK Stif­tung Kul­tur die­ses Jahr das Fes­ti­val mit einem Gast­pro­gramm berei­chert. Die Befra­gung des Men­schen zwi­schen Selbst­bild, Rol­len­spiel und Fremd­wahr­neh­mung ist The­ma dieses
gen­re­über­grei­fen­den Kurz­film­pro­gramms, das die Aus­drucks­wei­sen der per­sön­li­chen Welt­be­trach­tung in Spiel­film, Doku­men­ta­ti­on, Ani­ma­ti­on, Kunst und Expe­ri­men­tal­film, Wer­be­clip und Musik­vi­deo neben­ein­an­der stellt.

Is It Me?
18. Novem­ber 15.00, Filmforum

Wei­te­re Pro­gramm­punk­te, den Time­ta­ble sowie die Prei­se fin­det ihr hier auf der Homepage.
Wir freu­en uns euch bald im Kino zu begrüßen!

Die Ent­schei­dung ist gefallen

By Festival, Preisstifter*innen, Preisträger*innen, Events, Screening

Das sind die Gewinner*innen der 11. Aus­ga­be des Kurz­film­fes­ti­val Köln

Fünf inten­si­ve Tage Kurz­film­fes­ti­val Köln gehen zu Ende. Doch die­ses Ende ist zugleich Höhe­punkt — zumin­dest für die Gewinner*innen der Prei­se. Am Sonn­tag Abend wur­den im Rah­men der Preis­ver­lei­hung im Film­fo­rum NRW acht davon ver­ge­ben: Drei Jury-Prei­se und ein Publi­kums­preis im Deut­schen Wett­be­werb, zwei Publi­kums­prei­se im Köl­ner Fens­ter, ein WDR-Preis, einer im Rah­men der XXshorts sowie einer für die bes­te Arbeit in der Sek­ti­on Vir­tu­al Rea­li­ty.

Jury-Prei­se und Publi­kums­preis im Deut­schen Wettbewerb 

Der ers­te Preis des KFFK N°11 geht an:“Sevin­ce” von Sühey­la Schwenk

Sie erhält den Preis der Köl­ner Film­pro­du­zen­ten, dotiert mit 1.800 Euro. Er wird gestif­tet von 2pilots Film­pro­duc­tion, btf — Bild- und Ton­fa­brik und Zeit­sprung Pictures.

Die Jury begrün­de­te ihre Ent­schei­dung mit die­sen Worten:

Sevin­ce. Ein fein­füh­li­ges Por­trät einer jun­gen Frau zwi­schen Fami­lie, Tra­di­ti­on und einer zärt­li­chen, aber schein­bar aus­sichts­lo­sen Lie­be. Tex­ti­le Schich­ten ver­weh­ren uns den frei­en Blick nach drau­ßen. Sie wer­den abge­legt, ange­legt, zuge­zo­gen, zag­haft geöff­net. Lang­sam ent­hüllt sich uns die Frau­en­fi­gur Stück für Stück und wir wer­den Teil ihrer inne­ren Gefühls­welt. Die bemer­kens­wer­te Kame­ra­ar­beit drängt sich nicht auf, son­dern bewegt sich lei­se und behut­sam auf die Figu­ren zu und erschafft einen Raum, wo für sie kein Raum exis­tiert. Ein muti­ger Film dar­über, wie es ist, wenn man liebt.

Mit dem zwei­ten Preis wur­de der Doku­men­tar­film “Remains from the Desert von Sebas­ti­an Mez ausgezeichnet.

Der 2. Jury­preis ist dotiert mit 600 Euro, gestif­tet von Kurz­film­freun­de e.V..

“Remains from the Des­sert” por­trai­tiert ein trau­ma­ti­sches Flücht­lings­schick­sal, das wir im all­täg­li­chen Nach­rich­ten­strom zu oft über­le­sen. Der Film irri­tiert uns mit kon­trast­star­ken und kunst­voll kadrier­ten schwarz-weiß Bil­dern, die den Zuschau­er glei­cher­ma­ßen schüt­zen und her­aus­for­dern und mit denen sich der Fil­me­ma­cher der Fra­ge stellt: Wie erzählt man eine Geschich­te, die weit über unse­re Vor­stel­lung hin­aus­geht? Der Film erliegt nicht dem Ver­such, Bil­der für ein Grau­en zu fin­den, das sich der Dar­stel­lung ent­zieht, son­dern ver­traut auf den Bericht sei­nes Prot­ago­nis­ten Osman aus Eri­trea, der auf der Flucht in ein bes­se­res Leben nur knapp dem Tod ent­kam und mit dem Erleb­ten und Erlit­te­nen wei­ter­le­ben muss. 

Der drit­te Preis ging an den doku­men­ta­ri­schen Essay­film “Eine Knei­pe auf Mal­le von Mari­an Mayland.

Der 3. Jury­preis wird gestif­tet von WeF­a­de­To­Gray und beinhal­tet ein Color­gra­ding an einem Studiotag.

“Eine Knei­pe auf Mal­le” – der Titel steht für sich. Ver­rät er doch viel über das deut­sche Lebens­ge­fühl, dem die­ser Film hin­ter­her spürt, das er auf­zeigt und hin­ter­fragt. Der Film ist eine mosa­ik­haf­te Refle­xi­on über deut­sche Gegen­wart und die Rol­le die Kunst dar­in spie­len kann. Ein Film-Essay im bes­ten Sin­ne, der Fra­gen auf­wirft, anstatt sie zu beant­wor­ten, und der auf die­se Wei­se die Ver­ant­wor­tung zurück­gibt an die Zuschauer.

Der Publi­kums­preis im Deut­schen Wett­be­werb geht an den Ani­ma­ti­ons­film “Ayny” von Ahmad Saleh. Der Preis wird gestif­tet von choices und ist dotiert mit 500 Euro.

 

 

 

 

Der WDR-Preis

Aus den Fil­men des Deut­schen Wett­be­werb und dem Köl­ner Fens­ter hat der WDR sich für “Revue” von Urte Alfs entschieden.

Der Preis umfasst den Ankauf des Films durch den WDR.

[…] Urte A

lfs gelingt es, Orna­men­te auf der Kir­mes, dem Schüt­zen­fest oder in der Sport­hal­le auf­zu­spü­ren, auch dort, wo man ohne sie kein Mus­ter hät­te wahr­neh­men kön­nen. Urte Alfs lässt in den Orna­men­ten durch ihre Mon­ta­ge bei­des auf­schei­nen: Gleich­heit und Viel­falt. Gleich­mä­ßig­keit und Viel­falt wird sicht­bar in den Mus­tern, aber auch unter den Men­schen und Gesich­tern. Urte Alfs Blick auf die Wirk­lich­keit bleibt immer über­ra­schend und span­nend, weil die Men­schen nicht hin­ter die Orna­men­te und Mus­ter zurücktreten. […]

Die Publi­kums­prei­se im Köl­ner Fenster

Die Maler kom­men” von Ste­fan Lam­pa­di­us hat den Zuschau­ern im Köl­ner Fens­ter am bes­ten gefal­len. Als Preis stif­tet Fin­der TV eine Tech­nik­bei­stel­lung im Wert von TV 1.500 Euro.

 

 

 

Der zwei­te Publi­kums­preis geht an den Film “Ein biss­chen Paris” von Bün­ya­min Musul­lu. Der Preis umfasst zwei Tage Pro­jekt­be­treu­ung und wur­de gestif­tet von Butterfilm.

 

 

 

XXshorts Strö­er Award

In einem Online-Voting ent­schied das Publi­kum deutsch­land­weit über die Fil­me der 20-sekün­di­gen XXShorts. Es gewann “Schau mich an” von Clau­dia Rich­arz. Die Gewin­ne­rin erhält 500 Euro, gestif­tet von Ströer.

 

Vir­tu­al Rea­li­ty Wettbewerb

In der Sek­ti­on Vir­tu­al Rea­li­ty ent­schied sich die Jury für den Film “Not­hing Hap­pens” von Michel­le & Uri Kra­noz. Als Preis erhal­ten sie 500 Euro, gestif­tet von btf — Bild- und Tonfabrik.

[…] Den Zuschau­er an ein neu­es Medi­um her­an zu füh­ren ist erzäh­le­risch und dar­stel­le­risch her­aus­for­dernd. Die bei­den Fil­me­ma­cher Michel­le & Uri Kra­noz meis­tern die­se Her­aus­for­de­run­gen in ihrem Film „Not­hing Hap­pens“ mit einer Leich­tig­keit, die uns begeis­tert hat. […]

Wir gra­tu­lie­ren den Gewinner*innen und bedan­ken uns ganz herz­lich bei allen Filmemacher*innen und Besucher*innen für das gro­ße Inter­es­se, die span­nen­den Dis­kus­sio­nen und inspi­rie­ren­den Begeg­nun­gen. Es war uns ein Fest und wir freu­en uns bereits jetzt auf das nächs­te Jahr. Bis dahin erwar­tet euch eine Rei­he an Ver­an­stal­tun­gen, über die wir euch über die Web­site, auf Face­book und über den News­let­ter infor­mie­ren werden.

Das Pro­gramm 2017 ist jetzt online!

By Festival, Filmszene, Events, Screening

In drei Wochen ist es soweit! Die elf­te Aus­ga­be des Kurz­film­fes­ti­val Köln geht los. Aus über 700 Ein­rei­chun­gen ist ein bunt gemisch­tes Pro­gramm ent­stan­den, das bewegt, fes­selt, zum Nach­den­ken und zum Lachen bringt. Alle Fil­me und wei­te­ren Ver­an­stal­tun­gen im Rah­men des Fes­ti­vals fin­det ihr ab sofort auf der Homepage.

Für den Deut­schen Wett­be­werb und das Köl­ner Fens­ter wur­den 33 Arbei­ten aus­ge­wählt. Die Band­brei­te reicht von der klas­si­schen Geschich­te über die expres­sio­nis­ti­sche Video­ar­beit zur mit­rei­ßen­den Ani­ma­ti­on, vom beob­ach­ten­den Doku­men­tar­film zur prä­gnan­ten Gesellschaftskritik.
Auch in die­sem Jahr wer­den zahl­rei­che inter­na­tio­na­le Kopro­duk­tio­nen das Pro­gramm bereichern.

Das Wett­be­werbs­pro­gramm läuft in Anwe­sen­heit vie­ler Filmemacher*innen von Mitt­woch, 15. bis Sonn­tag, 19. Novem­ber im Film­fo­rum NRW im Muse­um Lud­wig und der Film­pa­let­te.

Die Arbei­ten der Köl­ner Filmemacher*innen und Künstler*innen ste­hen im Köl­ner Fens­ter gleich­be­rech­tigt neben denen natio­na­ler Filmemacher*innen — prä­sen­tiert in der Lan­gen Film­nacht. Es wer­den zwei Publi­kums­prei­se ver­ge­ben, und es besteht die Chan­ce auf eine Preis­ver­ga­be durch den WDR.

Das Köl­ner Fens­ter läuft am Frei­tag, den 17. Novem­ber um 19:30 Uhr im Film­club 813.

Digi­tal First — Rea­li­ty Second?
Die Pro­gramm­rei­he New Aes­the­tic blickt die­ses Mal tief hin­ein in die Maschi­nen. Wem oder was ist hier noch zu trauen?

Die­ses Jahr nähern sich die bei­den Pro­gram­me schein­bar gegen­sätz­li­chen The­men­fel­dern in der Bezie­hung zwi­schen Mensch und Tech­no­lo­gie. In GHOSTS IN THE MACHI­NE wird die über­mäch­ti­ge und nicht mehr zu erklä­ren­de Tech­no­lo­gie zum Reli­gi­ons­er­satz. Dabei kann sie uns schein­bar magi­sche Phä­no­me­ne wie außer­kör­per­li­che Erfah­run­gen oder ein Leben nach dem Tod ermög­li­chen. Gleich­zei­tig erwe­cken die Algo­rith­men Geis­ter zum Leben, die digi­ta­le Schalt­krei­se mit ihrem Spuk heim­su­chen. REA­LI­TY FIRST heißt es dage­gen in den Fil­men des ande­ren Pro­gramms. Nach­rich­ten­re­dak­tio­nen aus aller Welt brin­gen uns rund um die Uhr, immer blitz­schnell, die neu­es­ten Nach­rich­ten und damit schein­bar har­te Fak­ten ins Wohn­zim­mer – doch wel­chen Bil­dern kön­nen wir noch trau­en, wenn ihre künst­li­che Erzeu­gung und Mani­pu­la­ti­on nur noch ein Kin­der­spiel scheint und über jeder Nach­richt der Vor­wurf von Fake News schwebt?

Zwi­schen den bei­den Pro­gram­men wird eine Panel­dis­kus­si­on die Aus­ein­an­der­set­zung ver­tie­fen. Unter dem Titel Fake it ‘til you belie­ve it bit­ten wir Filmemacher*innen, Wissenschaftler*innen und Journalist*innen zur Dis­kus­si­on über den Wert der Wirk­lich­keit im Zeit­al­ter des Bullshits.

Die Pro­gram­me der Rei­he New Aes­the­tic lau­fen am Sams­tag, 18. Novem­ber, ab 16:00 Uhr in Anwe­sen­heit von Gäs­ten im Film­fo­rum NRW im Muse­um Ludwig.

Acht Sek­tio­nen und vie­le Specials

In die­sen und wei­te­ren Sek­tio­nen — Spot­light: Michel Klöf­korn, Best of Fes­ti­vals, Shorts on Wheels, Kur­zes für Kur­ze und Fokus: Bis Mor­gen. — zeigt das Kurz­film­fes­ti­val Köln an fünf Tagen über 100 Animations‑, Dokumentar‑, Expe­ri­men­tal- und Spiel­fil­me aus über 20 Län­dern sowie Fil­me aus den Grenz­be­rei­chen zwi­schen Kurz­film und Netz­kunst. Dazu erwar­tet euch ein viel­sei­ti­ges Rah­men­pro­gramm mit Aus­stel­lun­gen, Per­for­man­ces, Dis­kus­sio­nen und der legen­dä­ren Festivalparty!

Der Vor­ver­kauf star­tet in Kür­ze bei kölnticket.de
Eine Akkre­di­tie­rung für Fachbesucher*innen ist ab sofort möglich.
Zum Face­book-Event gelangt ihr hier.

Wir freu­en uns auf euch!

New Aes­the­tic: Ghosts In The Machi­ne beim Film Fes­ti­val Colo­gne 2017

By Allgemein, Festival, Filmszene, Kooperationen, Events, Screening

Spe­cial Preview

Am 2. und 3. Okto­ber prä­sen­tie­ren wir das brand­neue Pro­gramm New Aes­the­tic: Ghosts In The Machi­ne auf dem Film Fes­ti­val Cologne!

Jede hin­rei­chend fort­schritt­li­che Tech­no­lo­gie ist von Magie nicht zu unter­schei­den — so sah es schon Scie­ne-Fic­tion-Visio­när Arthur C. Clar­ke. Die­ses Kurz­film­pro­gramm wid­met sich den Geis­tern, die unse­ren Tech­no­lo­gien inne­woh­nen. Dür­fen Figu­ren einer Com­pu­ter­si­mu­la­ti­on auf ein Leben nach dem Tod hof­fen? Kön­nen wir mit Hil­fe einer Droh­ne außer­kör­per­li­che Erfah­run­gen machen? Fra­gen, mit denen sich die Fil­me die­ses Pro­gramms beschäf­ti­gen und dabei die Par­al­le­len zwi­schen digi­ta­ler Tech­no­lo­gie und Reli­gi­on, Spi­ri­tua­lis­mus, Scha­ma­nis­mus und über­na­tür­li­chen Phä­no­me­nen aufzeigen.

Wie auch in den letz­ten bei­den Jah­ren prä­sen­tie­ren wir ein ers­tes Pro­gramm aus der New Aes­the­tic Sek­ti­on bereits vor­ab auf dem Film Fes­ti­val Cologne.

Mit dabei sind: Again and Again and Again (R: Rachel MacLean), Domi­nant Poli­cy (R: Laleh Mehr­an), Cri­ti­cal Mass (R: Anne de Vries), Hyper­links or it did­n’t hap­pen (R: Cécil B. Evans), Wadd­le On (R: Zach Jones & Ben Kit­nick), Les­sons on lea­ving your body (R: Nadav Assor), Ever­ything (R: David OReilly).

Auch die­ses Jahr ver­lo­sen wir wie­der Tickets über Face­book. Was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr dort in Kür­ze. Wei­te­re Tickets für das Kurz­film­pro­gramm bekommt ihr hier

Save the Dates: 2. Okto­ber 19.30 Uhr, 3. Okto­ber 15.00 Uhr, Film­pa­last Köln

Die Kino­dich­ter beim Kurz­film­fes­ti­val Köln

By Festival, Interview, Kinodichter, Allgemein

dsc03367-1200x7971Die Blog­ger Kino­dich­ter waren in die­sem Jahr erneut zu Gast beim KFFK / Kurz­film­fes­ti­val Köln und haben sich einen eige­nen Ein­blick in das Fes­ti­val und in das Film­pro­gramm verschafft. 

Wenn sich ein gespann­tes Getüm­mel im Foy­er des Film­fo­rums aus­brei­tet und frei­wil­li­ge Helfer*innen zu den Türen des Kino­saals stür­men, weil eine Grup­pe jun­ger Leu­te voll­be­packt mit Tech­nik früh­zei­tig hin­ein­strömt, dann wis­sen wir: Die Kino­dich­ter sind wie­der am Start!

Bereits im zwei­ten Jahr in Fol­ge beglei­te­te die jun­ge Trup­pe von Blogger*innen uns im Rah­men ihres Semi­nars an der Uni­ver­si­tät zu Köln durch das Fes­ti­val und schenk­te unse­ren Filmemacher*innen eine ganz beson­de­re Auf­merk­sam­keit. Sie spra­chen mit aus­ge­wähl­ten Regisseur*innen und ver­öf­fent­lich­ten die Vide­os online — ein­seh­bar in You­Tube, auf www.kinodichter.de und in Face­book.

Wie es dazu kam? Die Semi­nar­lei­te­rin ist unse­re Kol­le­gin Jen­ni­fer Jones, lang­jäh­ri­ges Mit­glied der Sich­tungs­kom­mis­si­on des Deut­schen Wett­be­werbs beim KFFK. Wer könn­te das Fes­ti­val also bes­ser kennen?

Es war uns eine Freude!

Hier gibt’s alle Interviews:

Die Fil­me­ma­cher Iring Frey­tag, Vik­tor Sti­ckel und Linus Stet­ter erzäh­len in ihrem Ani­ma­ti­ons­film Child die Geschich­te eines Kin­des, das sei­ne Hüt­te ver­las­sen muss, um nach Holz für das erlo­sche­ne Feu­er zu suchen. Die Suche nach dem geeig­ne­ten Holz wird zu einer Lebens­auf­ga­be. Johan­na Bern­hard von kinodichter.de sprach gemein­sam mit Iring Frey­tag über die Ent­ste­hung der Idee bis hin zur schluss­end­li­chen Ver­wirk­li­chung sei­nes lang­jäh­ri­gen Pro­jekts. Child war im drit­ten Wett­be­werbs­pro­gramm des dies­jäh­ri­gen Deut­schen Wett­be­werbs zu sehen:

Eben­so im drit­ten Wett­be­werbs­pro­gramm AUS DEM NICHTS zu sehen war der Spiel­film A Quiet Place des Fil­me­ma­chers Ron­ny Dörf­ler. Die Prot­ago­nis­tin Cris­ti­na wird bei ihrer Heim­kehr Zeu­gin, wie ihre klei­ne Schwes­ter Mari­na unter der har­ten Hand des Vaters lei­det. Statt taten­los zuzu­se­hen, for­dert Cris­ti­na ihren schein­bar über­mäch­ti­gen Vater her­aus. Gian­na Nie­mey­er von kinodichter.de sprach mit Ron­ny über sei­nen Kurz­film, Zwangs­pro­sti­tu­ti­on, sowie den gesell­schaft­li­chen Umgang mit dem The­ma. Außer­dem gibt der Fil­me­ma­cher einen Aus­blick auf sein aktu­el­les Projekt:

Für sei­nen Spiel­film At the End of the World gewann Fil­me­ma­cher Dieu Hao Do in die­sem Jahr den Publi­kums­preis im Deut­schen Wett­be­werb. Er erzählt, ver­or­tet in Hong Kong, von einer Lie­bes­ge­schich­te auf Zeit zwi­schen der  korea­ni­schen Anthro­po­lo­gie­stu­den­tin Luci­an­ne und dem deut­schen Stra­ßen­jun­gen Oswald. Die Kino­dich­ter haben vor­ab mit dem Fil­me­ma­cher gesprochen:

Eben­so hoch­span­nend ist das Inter­view mit dem deutsch-fran­zö­si­schen Künst­le­rin­nen­kol­lek­tiv Neo­zoon, das auch in die­sem Jahr mit sei­ner aktu­el­len Video­ar­beit in unse­rem Pro­gramm ver­tre­ten waren. Shake Shake Shake ist eine Anein­an­der­rei­hung von Bil­dern im Gra­phic Inter­chan­ge For­mat (Gif), auf denen sich Tro­phä­en­jä­ger nach erfolg­rei­cher Jagd gegen­sei­tig beglück­wün­schen.  Aus einem sub­ti­len Moment wird ein beun­ru­hi­gen­des Ritu­al, das die Ver­or­tung der Akteu­re in der afri­ka­ni­schen Land­schaft auf ein­dring­li­che Wei­se hin­ter­fragt. Die Kinodichter-Autor*innen Johan­na Bern­hard, Lisa Brink­mann und Vin­cent Kan­nen­gie­ßer spra­chen mit den Künstlerinnen:

Wie kam es zur Grün­dung des Kol­lek­tivs und war­um der Name Neozoon?

Als Neo­zoon wird ein Tier bezeich­net, wel­ches sich mit­hil­fe mensch­li­cher Ein­fluss­nah­me irgend­wo neu ansie­delt. Aus­gangs­punkt für die Grün­dung unse­re Grup­pe war immer das Inter­es­se am Mensch-Tier-Ver­hält­nis. 2009 haben wir ein Pro­jekt gestar­tet, in dem Tie­re aus alten Pelz­män­teln den öffent­li­chen Raum erobert haben. Aber der Name darf auch sinn­bild­lich gele­sen wer­den, letzt­lich geht es dar­um, den Dis­kurs über das Mensch-Tier-Ver­hält­nis anzuregen.

Sie sind mit Instal­la­tio­nen im öffent­li­chen Raum bekannt gewor­den. Seit 2011 sind Sie auch mit Kurz­fil­men im Inter­net unter­wegs – auch ein öffent­li­cher Raum. War­um nut­zen Sie ver­mehrt die­ses Medium?

Das Inter­net war für vie­le unse­rer Pro­jek­te hilf­reich: sei es als Ver­brei­tungs­me­di­um oder spä­ter auch als Werk­stoff­lie­fe­rant. Mit Found Foo­ta­ge zu arbei­ten bedeu­tet immer, mit Mate­ria­li­en umzu­ge­hen, die bereits eine Geschich­te haben und durch ihre Ver­gan­gen­heit auf­ge­la­den sind. Ob wir nun im öffent­li­chen Raum arbei­ten oder einen Film machen, ent­schei­det sich also vor allem auch durch das vor­han­de­ne Material.

Sie kön­nen die Kunst mit einem Klick ver­öf­fent­li­chen und müs­sen sie nicht mehr nachts im Gehei­men ver­brei­ten. Erscheint Ihnen Ihre Arbeit dadurch anders? 

Das ist natür­lich allein vom phy­si­schen Ein­satz ein völ­lig ande­rer Vor­gang – meist auch mit deut­lich weni­ger Adre­na­lin­kick. Der Ent­wick­lungs­pro­zess einer fil­mi­schen Arbeit ist oft auch deut­lich län­ger und man kann ent­spre­chend prä­zi­ser arbeiten.

Was für eine Rol­le spie­len Reich­wei­te und Anony­mi­tät im Inter­net für Ihre Kunst? 

Zu Beginn unse­rer Tätig­keit hat das eine gro­ße Rol­le gespielt, da es ja nicht legal ist, den öffent­li­chen Raum unge­fragt zu bespie­len. Dar­über hin­aus konn­te man auch lan­ge nach einer Akti­on im öffent­li­chen Raum noch Abbil­dun­gen davon im Netz fin­den – das hat natür­lich auch eine ent­schei­den­de Rol­le bei der Ver­brei­tung gespielt. Den geschütz­ten Kunst­raum zu ver­las­sen bedeu­tet für uns aber vor allem, dass man mehr als nur ein aus­ge­such­tes Kunst­pu­bli­kum erreicht.

Im Kurz­film Shake, Shake, Shake wer­den ani­mier­te Fotos von Tro­phä­en – Jägern gezeigt, die Hän­de schüt­teln. Was bedeu­tet die­se Ges­te für Sie?

Es han­delt sich um ein Ritu­al unter Jägern, wel­ches welt­weit ange­wen­det wird. Man beglück­wünscht sich gegen­sei­tig zum erleg­ten Tier. Vor dem Hin­ter­grund eines zuneh­men­den Bewusst­seins für die Bedro­hung vie­ler Tier­ar­ten hat das natür­lich bei der Groß­wild­jagd eine ganz beson­de­re Bri­sanz. Durch den Fokus auf eine schein­bar simp­le Ges­te in einem ansons­ten unbe­weg­ten Set­ting wird das Ritu­al in sei­ner Absur­di­tät her­vor­ge­ho­ben und öff­net den Raum für einen Perspektivwechsel.

Das The­ma der Jagd haben Sie bereits in meh­re­ren Kurz­fil­men ver­ar­bei­tet. Haben Sie einen beson­de­ren Bezug zum Jagen?

Wir unter­tei­len Tie­re im All­ge­mei­nen ja in drei Grup­pen: Haus­tie­re, Wild­tie­re und Nutz­tie­re. Die Jagd scheint uns dabei eine der ambi­va­len­tes­ten Mensch-Tier-Bezie­hun­gen zu sein, weil es einer­seits noch so etwas wie eine kol­lek­ti­ve, genui­ne Ver­eh­rung von wil­den Tie­ren gibt und gleich­zei­tig die­se Lust am Töten exis­tiert. Die­se eigen­ar­ti­ge Wider­sprüch­lich­keit inter­es­siert uns sehr und wir könn­ten noch etli­che Fil­me dar­über machen…

War­um bezeich­nen Sie sich sel­ber nicht als Tier­schutz­ak­ti­vis­tin­nen? Ist es Ihnen wich­tig, haupt­säch­lich als Künst­le­rin­nen gese­hen zu werden? 

Das eine schließt das ande­re nicht unbe­dingt aus – aber was man all­ge­mein als Tier­schutz bezeich­net, bewegt sich im Rah­men men­schen­ge­mach­ter Geset­ze und rich­tet sich des­halb auch immer nur nach den Bedürf­nis­sen des Men­schen. Die Mas­sen­tier­hal­tung ist des­halb z.B. per Gesetz geschützt. Sich die­sem The­ma künst­le­risch zu nähern ist eine gro­ße Her­aus­for­de­rung. Es eröff­net einer­seits völ­lig neue Spiel­räu­me und gleich­zei­tig muss man dar­auf ach­ten, nicht ein­di­men­sio­nal zu wer­den. Grund­sätz­lich sind wir der Mei­nung, dass Kunst ambi­va­lent blei­ben muss. Es geht uns also nicht um Kon­sens­fin­dung, son­dern zunächst ein­mal dar­um neue Denk­räu­me zu schaffen.

Sie ver­wen­den für Ihre Fil­me Found Foo­ta­ge, das sie zusam­men­stel­len. Ist das eine Form von Recy­cling oder war­um grei­fen Sie auf die­ses Mate­ri­al zurück? 

Found Foo­ta­ge zu nut­zen, ist natür­lich auch eine Art von Rey­cling, ganz ähn­lich also wie bei unse­ren Tie­ren aus alten Pelz­män­teln. War­um etwas neu pro­du­zie­ren, wenn es bereits mas­sen­haft vor­han­den ist? Aber es ist auch eine Her­aus­for­de­rung, auf die im Mate­ri­al vor­han­de­nen Infor­ma­tio­nen zu reagie­ren und damit zu arbei­ten, ganz anders als wenn man sel­ber dreht. Dar­über hin­aus reizt uns an Found Foo­ta­ge aber vor allem die Authentizität.

 

 

Das war das KFFK / Kurz­film­fes­ti­val Köln N°10

By Allgemein, Festival, Preisträger*innen
eroeffnung

Von links nach rechts: Johan­nes Duncker, Chris­ti­ne Ber­nau, KFFK-Mode­ra­tor Felix Schled­de und Mari­ta Quaas im Gespräch.

Vom 16. bis 20. Novem­ber hat das KFFK N°10 mit zahl­rei­chen Ver­an­stal­tun­gen die Lein­wän­de der Stadt erobert. Den Start­schuss set­zen wir bei einem Jubi­lä­ums­pro­gramm im Film­fo­rum NRW. Fes­ti­val­lei­ter Johan­nes Duncker und die ehe­malige Fes­ti­val­lei­te­rin Chris­ti­ne Ber­nau sowie KFFK-Grün­de­rin Mari­ta Quaas gaben nicht nur einen Ein­blick in die His­to­rie des Fes­ti­vals, auch wur­de den Protagonist*innen die­ser zehn Jah­re die Ehre erwie­sen: Das KFFK zeig­te aus­ge­wähl­te Kurz­fil­me aus den letz­ten Fes­ti­val­aus­ga­ben, wie etwa Nico­las Stei­ners Ich bin’s Hel­mut.

Im Deut­schen Wett­be­werb hol­ten wir in fünf Pro­gramm­blö­cken die 26 stärks­ten deut­schen (Ko)produktionen aus fast 800 Ein­rei­chun­gen auf die gro­ße Lein­wand, die um einen der heiß begehr­ten Prei­se antra­ten. So möch­ten wir an die­ser Stel­le den dies­jäh­ri­gen Preisträger*innen sehr herz­lich gra­tu­lie­ren. Unse­re Jury des Deut­schen Wett­be­werbs — bestehend aus Mela­nie Ander­nach (Vor­stands­mit­glied des Film­bü­ro NW, Grün­de­rin der Pro­duk­ti­ons­fir­ma Made in Ger­ma­ny), Regi­na Barun­ke (Kunst­his­to­ri­ke­rin, Lei­te­rin der Tem­pora­ry Gal­le­ry) und Rai­ner Knep­per­ges (Mit­be­grün­der des Film­club 813, Her­aus­ge­ber der Zeit­schrift “Gdi­net­mao”, Fil­me­ma­cher der “Köl­ner Grup­pe”) — ehr­te in die­sem Jahr Kaputt von Vol­ker Schlecht und Alex­an­der Lahl mit dem ers­ten Preis der Köl­ner Film­pro­du­zen­ten im Wert von 3’600€.

Der doku­men­ta­ri­sche Ani­ma­ti­ons­film — ver­or­tet im berüch­tigs­ten Frau­en­gefäng­nis der DDR, Hohen­eck — las­se durch die Klar­heit sei­ner asso­zia­ti­ven Illus­tra­tio­nen zu den Inter­view­aus­sa­gen der zwei ehe­mals inhaf­tier­ten Prot­ago­nis­tin­nen eine Welt ent­ste­hen, in der Aus­beu­tung, Haft­stra­fe und Gewalt einen emo­tio­nal bewe­gen­den Ein­druck von ihrem Leid erwe­cke — mehr als es mög­li­cher­wei­se rea­le Bil­der ver­mocht hätten.

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Unse­re Jury von links nach rechts: Regi­na Barun­ke, Mela­nie Ander­nach und Rai­ner Knepperges.

Der zwei­te Jury­preis im Wert von 750 € (gestif­tet von Jame­son Irish Whis­key) ging an die jun­ge Fil­me­ma­che­rin Char­lot­te Fun­ke für ihren Doku­men­ta­film Eric der Sol­dat.  Mit Hil­fe klug gesetz­ter, redu­zier­ter Bild­spra­che, wohl über­leg­ter Insze­nie­rung und ver­meint­lich spie­le­ri­scher Gesprächs­füh­rung zeich­ne sie das über­ra­schen­de Por­trät eines deut­schen Sol­da­ten und somit die Skiz­ze eines Dilem­mas, die fol­ge­rich­tig beun­ru­hi­ge. Ein Film, der herausfordert.

Über Druck von Sebas­ti­an Fred Schir­mer und Sebas­ti­an Bin­der wur­de indes mit dem drit­ten Jury­preis aus­ge­zeich­net (1 Stu­dio­tag Color­gra­ding gestif­tet von WeF­a­de­To­Grey).  Ein klu­ges und viel­schich­ti­ges Gesell­schafts­bild prä­sen­tie­re der Film, wenn er der Fra­ge nach­ge­he: “Was ist Druck?”. Ein Film über ein beherr­schen­des The­ma unse­rer Zeit, bei dem wir uns am Ende selbst die Fra­ge stel­len: “Wie lebe ich damit?”

Der Publi­kums­preis im Deut­schen Wett­be­werb ging in die­sem Jahr an den Fil­me­ma­cher Dieu Hao Do für  sei­nen Spiel­film At the end of the world

Außer­dem gra­tu­lie­ren wir Bren­da Lien, die mit ihrem Expe­ri­men­tal­film Call of Beau­ty den Preis der WDR-Jury gewann sowie den nie­der­län­di­schen VR-Künst­lern Mike von Rotz & Joost Jor­dens  zu der Aus­zeich­nung mit dem Preis Future Spaces für ihren Film Tran­si­ti­on.

Neben dem bun­des­weit aus­ge­schrie­be­nen Wett­be­werb war­fen wir im Köl­ner Fens­ter wie­der unse­ren Blick auf das fil­mi­sche Schaf­fen der Film­schu­len und frei­en Pro­duk­tio­nen in Köln. In einer lan­gen Film­nacht stell­ten wir in zwei Blö­cken viel­ver­spre­chen­de, aktu­el­le Kurz­film­pro­duk­tio­nen aus den Jah­ren 2015 und 2016 vor — bunt gemisch­te Arbei­ten von Fik­tio­nen und expe­ri­men­tel­len Fil­men bis hin zu Ani­ma­tio­nen. Im Köl­ner Fens­ter ehr­te das Publi­kum Bil­al Baha­dir mit dem Publi­kums­preis für sei­nen Spiel­film Mein Freund der Deut­sche, sowie Arka­dij Kha­et,  der mit sei­nem Spiel­film Durch den Vor­hang den zwei­ten Publi­kums­preis gewann.

Seit 2013 zei­gen wir in der Pro­gramm­rei­he New Aes­the­tic Fil­me, die neue Wege auf­zei­gen, unse­re Welt zu sehen. Die gezeig­ten Wer­ke beleuch­ten das Grenz­feld zwi­schen Kurz­film, Netz­kunst, inter­ak­ti­vem Erzäh­len und Games. Es sind Fil­me, die durch die Werk­zeu­ge des digi­ta­len Fil­me­ma­chens selbst mög­lich gewor­den und Refle­xio­nen unse­res Lebens in der digi­ta­len Welt sind. In die­sem Jahr stand die­se Sek­ti­on ganz im Zei­chen der Bezie­hung zwi­schen Mensch und Maschi­ne. Wäh­rend New Aes­the­tic: Future Bodies die Fra­ge “Was heißt es, Mensch zu sein?” ange­sichts der ers­ten unter uns wan­deln­den Cyborgs neu ver­han­del­te, stell­te das Schwes­ter­pro­gramm New Aes­the­tic: Future Minds Fra­gen wie: Was pas­siert, wenn künst­li­che Intel­li­gen­zen Ein­zug in unse­ren All­tag hal­ten? Wie unter­scheid­bar wer­den kogni­ti­ve Pro­zes­se von Mensch und Maschine?

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Alan War­bur­ton, Balt­ha­zar Auxièt­re, Dr. Pablo Abend und Mar­ta Di Fran­ces­co erfor­schen im Gespräch neue Wege der Narration.

Die Rei­he New Aes­the­tic, das Panel zur Zukunft das Erzäh­lens — mode­riert von Dr. Pablo Abend von der Uni­ver­si­tät zu Köln -, der Work­shop zur Pro­jekt­ent­wick­lung für künst­le­ri­sches Erzäh­len im Umfeld von Vir­tu­al Rea­li­ty (im Rah­men von Caram­bo­la­ge, dem Wei­ter­bil­dungs­pro­gramm für den film- und medi­en­künst­le­ri­schen Nach­wuchs in NRW) und der dazu kor­re­spon­die­ren­de Vor­trag “Buil­ding living Sto­ries with VR” von VR-Künst­ler Balt­ha­zar Auxièt­re (Inner­space VR) aus Paris brach­ten inter­na­tio­na­le Künstler*innen in Köln zusam­men. So haben wir uns auch sehr gefreut, Mar­ta Di Fran­ces­co und Alan War­bur­ton aus Lon­don sowie Mike Pel­le­tier und Arjan Brent­jes aus den Nie­der­lan­den auf unse­rem Fes­ti­val begrü­ßen zu dürfen.

Unser dies­jäh­ri­ges Spot­light wid­me­te sich dem erst kürz­lich ver­stor­be­nen ira­ni­schen Regis­seur, Dich­ter, Foto­gra­fen und Dreh­buch­au­toren Abbas Kiaros­t­ami (1940–2016) und zeig­te aus­ge­wähl­te Kurz­fil­me sowie zwei sel­ten gezeig­te Inter­views. Grund zur Freu­de hat­ten wir außer­dem, weil wir erst­ma­lig in Deutsch­land die Sequenz The Hor­se aus  24 Frames befo­re and after Lumie­re zei­gen konn­ten — dem letz­ten fer­tig­ge­stell­ten Film Kiarostamis.

In gleich drei ver­schie­de­nen Pro­gramm­blö­cken zeig­ten wir in die­sem Jahr in der sich als Publi­kums­lieb­ling eta­blier­ten Rei­he Best of Fes­ti­vals inter­na­tio­na­le Preisträger*innen von Busan über Can­nes und Lon­don bis nach Belo Hori­zon­te und Palm Springs im Film­fo­rum NRW und im Film­blub 813. In der Film­pa­let­te nah­men in unse­rem Pro­gramm Fokus: Work, Work, Work eine Rei­he inter­na­tio­na­ler Kurz­fil­me unter­schied­li­che sozia­le, poli­ti­sche und indi­vi­du­el­le Per­spek­ti­ven zu dem The­ma “Arbeit” ein.

Zum Gefühl des Glücks gesell­te sich bis­wei­len wäh­rend des Fes­ti­vals eine Spur von Erleich­te­rung. Dass der Kurz­film so vie­le Men­schen ins Kino lockt, ist auch für uns jedes Jahr aufs Neue etwas, was wir mit begeis­ter­tem Stau­nen will­kom­men hei­ßen – zumal die­se Kunst­form jun­gen wie eta­blier­ten Filmemacher*innen als Expe­ri­men­tier­feld dient, in dem sie Gren­zen aus­tes­ten und manch­mal zu unse­rer Freu­de auch ausreizen.

unspecified3Wir haben noch kein abge­klär­tes Ver­hält­nis zu dem, was die­se fünf Tage mit uns und allen Freun­din­nen und Freun­des des Fes­ti­vals pas­siert — und dies wird hof­fent­lich so blei­ben.Die Zuschauer*innenzahlen sind in die­sem Jahr erneut um 10% gestie­gen – Zif­fern, die für ein jun­ges Fes­ti­val, wie es unse­res ist, nicht nur rein sta­tis­ti­sche Wer­te sind, son­dern ein Motor. 

Wir wer­den wei­ter­ma­chen mit neu­en Ideen und wach­sen – mit der Hil­fe aller, denen auch in die­sem Jahr unser Dank dafür gehört, dass wir als Fes­ti­val an unse­rem zehn­jäh­ri­gen Geburts­tag ein gebüh­ren­des und ein so man­nig­fal­ti­ges Film- und Rah­men­pro­gramm auf die Bei­ne stel­len konn­ten. Wir bedan­ken uns sehr herz­lich bei …

…unse­ren För­de­rin­nen und För­de­rern von der Stadt Köln, der Film­stif­tung NRW und dem Minis­te­ri­um für Fami­lie, Kin­der, Jugend, Kul­tur und Sport  des Lan­des NRW für ihr Ver­trau­en, das uns freie Hand für aller­lei Expe­ri­men­te lässt.

… unse­ren Preisstif­te­rin­nen und Preisstif­tern, die uns dabei hel­fen, dem Kurz­film die Aner­ken­nung und Wert­schät­zung zukom­men zu las­sen, die er ver­dient. In die­sem Jahr konn­ten wir mit der Unter­stüt­zung von 2Pilots, bild­und­ton­fa­brik, eitel­son­nen­schein, Licht­blick Film, litt­le­shark enter­tain­ment und Zeit­sprung Pic­tures den ers­ten Jury­preis im Deut­schen Wett­be­werb auf 3.600 Euro erhö­hen. Neben unse­ren Preisstifter*innen von Jame­son Irish Whis­key, WeF­a­de­To­Grey, WDR, choices und Fin­der TV haben wir uns außer­dem gefreut, But­ter­film erst­ma­lig im Krei­se der Kurzfilmliebhaber*innen begrü­ßen zu dür­fen, eben­so über den in die­sem Jahr ins Leben geru­fe­ne Preis für die stärks­te Vir­tu­al-Rea­li­ty-Pro­duk­ti­on — gestif­tet von der bildundtonfabrik.

… bei all unse­ren Unterstützer*innen, Sponsor*innen Koope­ra­ti­ons- und Medienpartner*innen für die Zusam­men­ar­beit! Mit Euch war so vie­les mög­lich und ein­fach. Wir dan­ken den Loca­ti­ons, die für 80 cine­phi­le Fahrradfahrer*innen im Rah­men der Shorts on Wheels#5 ihre Türen öff­ne­ten und unser Fes­ti­val in die unent­deck­ten Ecken der Stadt trugen.

…bei unse­ren mehr als 40 Fil­me­ma­che­rin­nen und Fil­me­ma­chern für ihren Besuch, ihre  groß­ar­ti­gen Fil­me, die nicht nur die Film­pa­let­te und den Film­club 813, son­dern auch das Film­fo­rum NRW füll­ten. Wir dan­ken für die berei­chern­den Gesprä­che und Begeg­nun­gen, für den Tanz und den ein oder ande­ren gemein­sam geschlürf­ten Cocktail.

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“Die Neu­gier und der unbe­ding­te Glau­be an die Kunst sind in der Köl­ner Sze­ne allgegenwärtig”

By Festival, Interview, Preisstifter*innen, Filmszene

Wir haben den Spieß mal umge­dreht und mit choices, dem Kul­tur- und Kino­ma­ga­zin, über gro­ße Momen­te im Kino, Stär­ken und Schwä­chen der Köl­ner Kul­tur­sze­ne und selbst­ver­ständ­lich über unser Fes­ti­val gespro­chen. Pro­jekt­lei­ter Rüdi­ger Schmidt-Sodin­gen beant­wor­te­te unse­re Fragen. 

KFFK: Wie groß ist das choices-Team und die Film­re­dak­ti­on? Und war das Heft eigent­lich schon immer kostenlos?
Schmidt-Sodin­gen: Für choices arbei­ten gut 20 Autorin­nen und Autoren, die Film­re­dak­ti­on umfasst 10 Kri­ti­ke­rIn­nen. Das Heft wur­de 1989 vom kürz­lich ver­stor­be­nen Kino­ma­cher Heinz Holz­ap­fel, Peter Debü­ser, Stadt­gar­ten-Grün­der Rei­ner Mich­al­ke und Joa­chim Berndt gegrün­det. Und es war schon immer kos­ten­los! Es soll­te ja so etwas wie das Köl­ner Pen­dant zur New Yor­ker Vil­la­ge Voice sein, deren Innen­teil ja „choices“ heißt.

Über 45 kur­ze und lan­ge Film­kri­ti­ken in einer Aus­ga­be — von den gan­zen Kon­zert­kri­ti­ken und Vor­schau­en ganz zu schwei­gen. Wie bekommt ihr das eigent­lich gestemmt?
Die Film­starts wer­den von Jahr zu Jahr mehr – und damit wird es auch immer schwie­ri­ger, wirk­lich alle Fil­me zu spie­geln und zu bespre­chen. Wir geben da aber unser bes­tes. Und kurz vor Druck­ter­min wird es natür­lich oft hek­tisch, da eini­ge Fil­me plötz­lich doch noch in Köln star­ten, Film­an­zei­gen dazu kom­men oder ähnliches.

Ist die Kul­tur­sze­ne Kölns über­haupt so viel­fäl­tig, dass sie Monat für Monat über 60 Sei­ten fül­len kann?
Auf jeden Fall! Allein die Kino- und Thea­ter­sze­ne bie­tet so vie­le span­nen­de Ange­bo­te, dass man täg­lich zu fünf oder sechs Ter­mi­nen gehen könn­te. Köln war ja schon immer eine offe­ne Stadt. Es gibt also täg­lich auch vie­le Ange­bo­te jun­ger, neu­er Künst­ler, die sich hier auf klei­nen Büh­nen aus­pro­bie­ren oder ihre Fil­me vor­stel­len. Die­se Neu­gier auf Neu­es und Ande­res macht Köln zu einer ech­ten Kulturstadt.

Wo hat die Köl­ner Kul­tur­sze­ne denn Stär­ken und wo hat sie Schwächen?
Die Neu­gier und der unbe­ding­te Glau­be an die Kunst sind in der Köl­ner Sze­ne all­ge­gen­wär­tig. Und wir haben hier eine ein­zig­ar­ti­ge Viel­falt von Mache­rIn­nen und Betrei­be­rIn­nen. Schwä­chen sehe ich höchs­tens in der Außen­dar­stel­lung. Da macht man sich mit­un­ter klei­ner, als man ist. Oder man über­sieht eini­ges, was längst da ist. Ich wer­de bei­spiels­wei­se nie ver­ste­hen, war­um gute Ideen und ein­ge­führ­te Mar­ken nach Jah­ren ein­fach über Bord gewor­fen wer­den. Der Ein­sturz des Köl­ner Stadt­ar­chivs hat­te da viel Symbolisches.

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Rüdi­ger Schmidt-Sodingen

Bekommt man als Film­kri­ti­ke­rIN nicht nach eini­gen Jah­ren ein sehr moto­ri­sier­tes und abge­klär­tes Ver­hält­nis zum Medi­um Film? Wenn nein: Wie schafft es das Medi­um, immer und immer wie­der aufs Neue zu begeistern?
Ich glau­be, es hat viel mit dem Her­zen zu tun. Solan­ge man emp­find­sam bleibt, kann man sich einem Film gar nicht abge­klärt wid­men. Selbst die schlimms­te Main­stream­kla­mot­te kann eini­ge wun­der­ba­re Momen­te haben. Ich hal­te es da mit René Clair, der mal gesagt hat: „Fünf her­aus­ra­gen­de Minu­ten in einem 90-minü­ti­gen Film sind genug, um die Hoff­nung aufs ech­te Kino auf­recht zu erhalten.“

War­um habt ihr damals beschlos­sen im Rah­men unse­res Fes­ti­vals einen Preis zu vergeben?
Der Kurz­film lag uns schon immer am Her­zen. Von Beginn an hat­ten wir mit choices eige­ne Kurz­film­aben­de und glaub­ten an die Erneue­rung des Medi­ums Film durch den Nach­wuchs, der sich ja in Kurz­fil­men aus­pro­biert und nach neu­en Mög­lich­kei­ten sucht. Den Nach­wuchs zu bestär­ken, ihm Mut zu machen, ist ganz klar das Schöns­te, was man tun kann.

Wel­che Bedeu­tung hat die Köl­ner Kurz­film­sze­ne, etwa mit ihren Hoch­schul­pro­duk­tio­nen, für die Köl­ner Film­sze­ne insgesamt?
Die Kurz­film­sze­ne hat­te schon immer eine gro­ße Bedeu­tung für Köln und das Film- und Kino­ge­sche­hen. Vie­le gro­ße Regis­seu­rin­nen und Regis­seu­re haben hier in Köln gear­bei­tet oder hier ihre ers­ten Wer­ke vor­ge­stellt. Und natür­lich sind die KHM und die IFS wei­ter ein unglaub­li­cher Talen­te-Pool. Sie ver­ste­hen es zudem, die Wer­ke ihrer Stu­den­ten wirk­lich bekannt zu machen.

Hast Du, oder habt ihr unser Fes­ti­val schon mal besucht? Wenn, ja — gibt es eine schö­ne Anekdote?
Ich bin jedes Jahr beim Fes­ti­val dabei. Die schöns­ten Momen­te sind immer die, wo ein Film dich eis­kalt erwischt. Das heißt, das The­ma oder eine Sze­ne erzäh­len so viel vom wirk­li­chen Leben, das man völ­lig gebannt und begeis­tert ist. Und da merkt man dann, dass die Kunst der ein­zig mög­li­che, huma­ne Kampf für die Wahr­heit ist.

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