DEUTSCHER WETTBEWERB

Der Wettbewerb ist die größte Sektion und das Herzstück des Festivals. Jährlich sichtet ein fünfköpfiges Kurator*innen-Team eine gewaltige Menge der aktuellsten Filme unter 45 Minuten, die in Deutschland oder mit deutscher Produktionsbeteiligung entstanden sind, um ein gleichermaßen ausgewogenes wie heterogenes Programm für unser Publikum zusammenzustellen. Dabei beschränken weder Themen noch Genres die Auswahl.
Neben der Vergabe von drei Preisen durch eine Fachjury können auch die Zuschauer*innen über Publikumspreis abstimmen.

Deutscher Wettbewerb I

FAIL SAFE

Die Welt um uns herum geht zugrunde, das ist eine Tatsache. Und auch wenn wir ihn, diesen nervigen Gedanken daran, für einen Moment verdrängen und in ein Gebüsch werfen können, so bleibt die Realität um uns herum doch unverrückbar. Wir sitzen derweil weiter drinnen, im Warmen, oder in Flugzeugen, die über Katastrophen kreisen, und … diskutieren. Was wichtig ist, solange man sich nicht in Gedankenschleifen verliert und darüber den Blick abwendet. Auch die Kamera fängt dankbar das Schicksal ein, das Drama, die Apokalypse. Das Kino war schon immer fasziniert von der Destruktion. Bereits 1895 filmten die Lumières eine einstürzende Mauer, und endlos sind die Bilder der Zerstörung, die das Kino seitdem produzierte. So augenfällig ist diese Faszination, dass die Frage bleibt: Warum macht es nicht nur Spaß, einen Turm aus Holzklötzen zu bauen, sondern mindestens genauso viel, ihn einstürzen zu lassen? – Johannes Duncker

TERMINE

MITTWOCH, 17.11. · 19:00 Uhr · FILMHAUS KINO

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DONNERSTAG, 18.11. · 17:00 Uhr · FILMHAUS KINO

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DING

DING

Was wahrscheinlich passiert wäre, wäre ich nicht zuhause geblieben.

Was wahrscheinlich passiert wäre, wäre ich nicht zuhause geblieben.

Operation Moonbird

Operation Moonbird

There must be some kind of way out of here

There must be some kind of way out of here

And The Stars of the Sky Fell to the Earth

And The Stars of the Sky Fell to the Earth

Deutscher Wettbewerb II

FINAL TOUCH

Erinnerungen sind wie Bilder, die verschwimmen. Aufnahmen, die längst den Fluss der Zeit hinuntergespült wurden. Verwässert und lückenhaft. Filme schaffen es, nach kaum mehr greifbaren Bildern eines Lebens zu fischen und etwas Verborgenes wieder sichtbar zu machen. Völlig neue Geschichten lassen sich aus recycelten Bildern destillieren. „Menschen machen Fotos gegenseitig. Zu beweisen, dass sie wirklich existierten“ (Die Goldenen Zitronen). Gegenwart bewahren und festhalten wollen gegen das Vergessen und gegen das Vergängliche. Die Entstehung eines Films selbst kann zu einem wesentlichen Teil der Trauer werden im Prozess des Abschiednehmens. Gibt es ein Leben nach dem Tod und wer kommt überhaupt in den Himmel? Bildwelten voller Widersprüche florieren in den sozialen Netzwerken und offenbaren mitunter Ansichten, die in Zeiten der Klimakrise und vor dem Hintergrund des Erstarkens religiös-rechter Weltanschauungen aufhorchen lassen. Wenn die Welt sich in knallbunten Farben auflöst, sollten wir uns friedlich verabschieden können! – Nicole Rebmann

TERMINE

DONNERSTAG, 18.11. · 19:00 Uhr · FILMHAUS KINO

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FREITAG, 19.11. · 15:00 Uhr · FILMHAUS KINO

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The Things Around Us

The Things Around Us

Tanaka’s Diary

Tanaka’s Diary

BITING THE DUST

BITING THE DUST

27 SCHRITTE

27 SCHRITTE

Doom Cruise

Doom Cruise

Deutscher Wettbewerb III

COLLAPSE: BEYOND AND IN BETWEEN

In welchen Formen können wir Abschied, Schmerz und Trauer denken? Wie können wir dem Unbegreiflichen begegnen, uns hingeben und trotzdem widerständig bleiben? Die vier Filme dieses Programms nähern sich in kreisenden Bewegungen verschiedenen Transitorten: Sie bebildern Orte des Abschieds, Orte des Aufbruchs und Orte des Zusammenbruchs. Die Erzählung von Zeitlichkeit findet hier beinahe in kapitelartiger Form statt, die Filme wirken wie Lebensabschnitte: die unauflösbare Verbundenheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dabei werden bestehende Verhältnisse nicht nur sichtbar gemacht, sondern die ausgetretenen Wege der Ausreden versperrt, die ein Augenverschließen und Weghören möglich machen. Wir werden Beobachter:innen der Unaufhaltsamkeit der Zeit und, wenn man so will, der Unwiederbringlichkeit des eigenen Lebens. In ihrer Drastik zeichnen sich aber auch Utopien ab, transformative Potentiale und neue Lebensabschnitte. Diese können durchaus bedrohlich daherkommen, aber auch Bilder der Hoffnung zeichnen, der Möglichkeiten und Neuanfänge. Die Überlegung bleibt, ob Abschied und Verlust aus ihrer Rolle als Antagonisten befreit werden können. – Johanna Pigors

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DONNERSTAG, 18.11. · 21:30 Uhr · FILMHAUS KINO

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FREITAG, 19.11. · 17:00 Uhr · FILMHAUS KINO

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OCTAVIA’S VISIONS

OCTAVIA’S VISIONS

Matadoras

Matadoras

SALIDAS

SALIDAS

Night

Night

Deutscher Wettbewerb IV

SELBSTBILD UND SEHNSUCHT

Wir gehen auf gemeinsame Reisen: durch Zeitlichkeiten und Generationen, durch Stillstand und unvermeidbares Vorangehen, durch Klassenwechsel und sozioökonomische Kategorien. Und wir fragen uns, was bleibt.
Was braucht ein Moment, um zur Erinnerung zu werden? Erinnerungen, die zu verhallen drohen, wenn niemand da ist, um sie festzuhalten. Erinnerungen, die erst durch das gemeinsame Rekonstruieren zu einer kollektiven Erzählung werden. Erinnerungen, in denen Orte zu Zeugen werden und filmische Materialitäten sie zu konservieren versuchen. Wem bleiben welche Erinnerungen und wer kommt dazu, diese weiterzugeben? Wer hört zu, bewahrt auf, schreibt fort?
Und auf der anderen Seite steht sie, die bewusste Manipulation materialisierter Momentaufnahmen, ein erschaffenes Ereignis, das erst durch die Wahrnehmung eines Außen seinen Wert erhält. Die Verwertbarkeit und Nutzbarmachung der eigenen Biografie.
Und wir fragen weiter: Was formt die Zugriffe und Referenzen, innerhalb derer wir uns bewegen und aufeinander beziehen, was davon sind transgenerationale Geschichtsschreibungen und was können unsere ganz eigenen sein? – Johanna Pigors

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FREITAG, 19.11. · 19:00 Uhr · FILMHAUS KINO

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SAMSTAG, 20.11. · 15:00 Uhr · FILMHAUS KINO

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A Letter from Raqqa

A Letter from Raqqa

Genosse Tito, ich erbe

Genosse Tito, ich erbe

THE CAPACITY FOR ADEQUATE ANGER

THE CAPACITY FOR ADEQUATE ANGER

Memory Berliner Zimmer

Memory Berliner Zimmer

The Sunset Special

The Sunset Special

Deutscher Wettbewerb V

BITTE, DANKE, TSCHÜSS

Wir alle kennen Phasen von Trennung und Abwesenheit. Es gehört zum Leben, Dinge und Personen zu verlieren oder gar nicht erst zu finden. Dieses Programm zeigt Filme, die auf ganz unterschiedliche Art die Prozesse von Distanz und Nähe verhandeln. Es beginnt mit einer Dokumentation, unglaublich nah fängt die Kamera den schleichenden Untergang einer Beziehung ein, der immer wieder von Momenten der Verbindlichkeit gebremst wird. Darauf folgt ein Animationsfilm, bei dem sich die Trennung im Essen manifestiert. Elemente der Vereinnahmung bis hin zur Inkorporation führen zu einer Eskalation des Konflikts. Fressen und gefressen werden. Im dritten Film wird das Scheitern einer Trennung verhandelt. Wiederholte Versuche der Abnabelung verstreichen in stetig ermüdeter Bewegung. Im letzten Film schließlich kommen die Menschen gar nicht erst zusammen. – Eckhard Plöttner

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FREITAG, 19.11. · 21:30 Uhr · FILMHAUS KINO

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SAMSTAG, 20.11. · 17:00 Uhr · FILMHAUS KINO

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Ich habe dich geliebt

Ich habe dich geliebt

Steakhouse

Steakhouse

Bear Hill Path

Bear Hill Path

Zumindest bin ich draußen gewesen

Zumindest bin ich draußen gewesen

Deutscher Wettbewerb VI

REFRAMING IMAGES

Die Redewendung scheint als Titel seltsam passend. Wir werden mit fiktiven Räumen konfrontiert, die, wenn sie leer sind, als Resonanzraum für Gegebenheiten aus der Zukunft dienen. Eine Begegnung mit einem fühlenden Wesen, das nicht das ist, was es zu sein scheint. Die Ur-Frage der frühen feministischen Kunstgeschichte, „Why have there been no great women artists?“, erhält mit der Enthüllung einer neuartigen schöpferischen Lösung eine Wendung. Eine Hommage an ein verschollenes Talent, dessen Image nie ihr eigenes zu sein schien, bis sie ihre eigene Wahrheit enthüllen konnte, nur um sie wieder zu verlieren. Und schließlich: Wie kommen die Bläschen wirklich in den Prosecco? In diesem Programm ist der Akt der Enthüllung, wie die enthüllte Sache selbst, untrennbar mit der Konstruktion von Identitäten, der Architektur der Erinnerung und dem Machtpotenzial der Geschichtsschreibung verwoben. Diese freigelassenen Katzen können die Dinge wirklich aufmischen. Sobald sie aus dem Sack sind, gehört man zum inneren Kreis. Willst du das wirklich wissen? Was wirst du mit diesem Wissen ausrichten? – Jennifer Jones

TERMINE

SAMSTAG, 20.11. · 19:00 Uhr · FILMHAUS KINO

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SONNTAG, 21.11. · 15:00 Uhr · FILMHAUS KINO

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Michael Ironside and I

Michael Ironside and I

Catsitter

Catsitter

AIVA

AIVA

Lana Kaiser

Lana Kaiser

Jeroboam

Jeroboam